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Chávez: 20 Milliarden Dollar für «Bank des Südens»

Hugo Chávez und Muammar al-GaddafiGroßansicht
Porlamar (dpa) - Die Präsidenten sieben südamerikanischer Länder haben in Venezuela ein Abkommen zur Gründung der seit langem geplanten «Bank des Südens» (Banco del Sur) unterzeichnet. Zu den Gründungsstaaten gehören Venezuela, Brasilien, Argentinien, Ecuador, Paraguay, Uruguay und Bolivien.

Die Bank soll mit einem Startkapital von 20 Milliarden US-Dollar ausgestattet werden, wie Venezuelas linksgerichteter Staatschef Hugo Chávez am Samstagabend (Ortszeit) bei der Unterzeichnung des Vertrages beim Afrika-Südamerika-Gipfel (ASA) auf der venezolanischen Karibik-Insel Margarita sagte.

Sitz der Bank solle Venezuelas Hauptstadt Caracas sein, sagte Argentiniens Staatschefin Cristina Kirchner. Weitere Niederlassungen seien in Argentinien und Bolivien vorgesehen. Die Gründung der Bank war bereits 2007 in Buenos Aires auf den Weg gebracht worden. Das Institut soll den beteiligten Staaten mehr Unabhängigkeit von bestehenden Kreditgebern wie dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank geben und Programme zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung finanzieren.

Chávez regte auf dem Gipfel auch die Gründung einer südamerikanisch-afrikanischen Bank mit dem Namen «Bancasa» an. An dem Treffen auf Margarita nahmen rund 30 Staats- und Regierungschef aus Afrika und Südamerika teil, darunter der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi und Simbabwes autoritärer Staatschef Robert Mugabe. Gaddafi schlug bei dem Treffen die Gründung einer Verteidigungsallianz nach dem Vorbild der NATO vor. Dies Bündnis solle auf den Süden der Welt ausgerichtet sein und keine «kriegerischen Absichten» haben.

Die Teilnehmer des Gipfels sprachen sich für eine Reform der Vereinten Nationen aus, die den Ländern des Südens stärkeres Gewicht verleiht. Gaddafi kritisierte, der UN-Sicherheitsrat werde von den fünf Weltmächten beherrscht. Die Länder des Südens müssten um mehr Einfluss kämpfen, sagt der libysche Staatschef, der am Montag mit Chávez in Caracas mehrere Kooperationsabkommen unterzeichnen will. Der nächste ASA-Gipfel soll 2011 in Libyen stattfinden.

International / Afrika / Südamerika / Venezuela
27.09.2009 · 18:01 Uhr
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