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Charlotte Roche stand nach Bucherfolg kurz vor Nervenzusammenbruch

Köln (dts) - Charlotte Roche stand während des Rummels um ihren Bestseller "Feuchtgebiete" nahe am Nervenzusammenbruch. "Man muss aufpassen, dass man nicht größenwahnsinnig wird. Wenn mir das vor zehn Jahren passiert wäre, wäre ich an Drogen zugrunde gegangen", sagte Roche dem "Spiegel" in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. "Das Buch ist zu einem Monster geworden. Man ist zu viel in den Köpfen der Leute." Nun könne sie nicht mehr und es gebe eine Erschöpfung. "Ich war eine verbale Sau, aber ich bin es nicht mehr. Das ist vorbei. Ich kann einfach nicht mehr." Roche: "Es ist ja nicht leicht auszuhalten, dass jeder denkt, die wäscht sich nicht, die ist tierisch behaart, und ganz sicher hat sie Hämorrhoiden." Kurz nachdem Roche im Januar damit angefangen hatte, ein neues Buch zu schreiben, fragte sich die 31-Jährige, warum sie überhaupt ein zweites Buch schreiben müsse. "Ich bin ja keine Autorin. Ich muss niemandem beweisen, dass ich das ein zweites Mal schaffe." Von den Millionen, die Roche verdiente, habe sie sich nichts bis auf ein 4,6 Meter langes Schlauchboot mit einem 20 PS starken Motor gekauft. Sie habe sich bei diesen Summen total verändert und "wahnsinnige Angst, was davon abzugeben". Zu ihrem Start als Moderatorin bei der Radio-Bremen-Talkshow "3 nach 9" Mitte September sagt sie: "Bei manchen Zuschauern werde ich bestimmt wie der Blitz einschlagen, wenn ich einfach nur dasitze." Schließlich sei es aber auch dem "konservativsten Publikum" lieber, "wenn es vorm Fernseher nicht einschläft". Auf die Frage ob bei "3 nach 9" bisher das Risiko bestand, dass das Publikum einschläft, antwortet Roche: "Ja, manchmal, klar. Das liegt aber auch an dieser sehr, sehr schweren Ernsthaftigkeit. Ich bin dafür, dass ein Gast lieber lügt, damit es unterhaltsam wird, als eine langweilige Wahrheit zu erzählen." Schlimm findet Roche an Fernsehmoderatoren vor allem ihre "vorgetragene Wichtigkeit". Vor allem Reinhold Beckmann sei "so ein Darsteller von einem Journalisten". Er mache auf seriösen Journalist, hake aber nur den Fragekatalog der "Bunten" ab. "Er redet übers Bumsen in der Kleiderkammer, tut aber so, als hätte das eine metapysische Dimension." Heidi Klum hingegen hält sie für die beste deutsche Unterhaltungskünstlerin: "Ich schaue die Sendung immer, und ich bin immer auf Heidis Seite und verteidige sie. Das gibt jedes Mal Krach in der Familie. Die anderen haben immer Mitleid mit den Models, weil die so jung sind, oft weinen und so weit weg sind von zu Hause. Aber wer so schwach ist, darf eben nicht Model werden wollen."
DEU / Leute / Literatur
30.08.2009 · 11:09 Uhr
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