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CeBIT: Hightech-Branche wieder zuversichtlich

Spanien ist in diesem Jahr Partnerland der CeBIT.
Hannover (dpa) - Die Hightech-Branche in Deutschland sieht sich allmählich wieder im Aufschwung. Die Nachfrage vor allem in der Informationstechnik ziehe an, der Investitionsstau bei den Unternehmen löse sich auf, sagte BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer zum Auftakt der CeBIT in Hannover.

Nach einer Umsatzstagnation im laufenden Jahr wird 2011 ein spürbares Wachstum erwartet. Unterdessen hofft die Industrie in der aufgeheizten Debatte um Datensicherheit im Internet auf einen Dialog mit der Politik.

Eröffnet wurde die weltgrößte IT-Messe CeBIT am Abend von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero. Spanien ist Partnerland der diesjährigen CeBIT. Bis Samstag stellen rund 4150 Unternehmen aus 68 Ländern ihre Produkte und Neuheiten aus. Nach einem kräftigen Einbruch im Wirtschaftskrisenjahr 2009 verlor die CeBIT damit weitere Aussteller.

Der Schwerpunkt der CeBIT 2010 lautet «Connected Worlds» - mit Hilfe des Internet vernetzte Welten. Weitere große Themen sind das schnelle mobile Internet, IT-Sicherheit, Verkehrstelematik und umweltfreundlichere Informationstechnik. Daneben gibt es zahlreiche Kongresse und Sonderschauen.

Die CeBIT soll der Branche neuen Schwung geben. Auf der Messe dürften Geschäfte im Volumen von 7,5 bis 10 Milliarden Euro «angeschoben» werden, hieß es. Im vergangenen Jahr sank der Gesamtumsatz der Informationstechnologie und Telekommunikation (ITK) in Deutschland um 4,3 Prozent auf 139,5 Milliarden Euro.

Der Umsatzrückgang war allerdings deutlich geringer als in anderen wichtigen Branchen wie zum Beispiel dem Maschinenbau. Das Jahr 2010 sieht der Branchenverband BITKOM als «Übergangsjahr», für das kommende Jahr wird mit 1,6 Prozent Wachstum auf 141,8 Milliarden Euro gerechnet. Die einzelnen Segmente entwickeln sich allerdings unterschiedlich. Während in der Informationstechnik in diesem Jahr wieder ein Wachstum erwartet wird, gehen die Umsätze in der Telekommunikation weiter zurück. Zu schaffen macht der Branche aber weiterhin der Preisverfall, zum Beispiel bei Laptops. IT-Fachkräfte haben trotz der aktuellen Arbeitsmarktkrise gute Jobchancen, berichtete die Bundesagentur für Arbeit.

Merkel lehnte einen von der Hightech-Branche geforderten Internet- Staatsminister ab. Ansprechpartner für die IT-Wirtschaft sei Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Sein Ministerium bündele die Aktivitäten der Regierung. Merkel kündigte bei der CeBIT- Eröffnung an, die Bundesregierung werde bis zum Sommer eine «digitale Strategie» vorlegen.

Auf den Streit zwischen der Branche und der Politik über Datensicherheit im Internet ging die Kanzlerin nicht ein. Ausgelöst von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) war am Beispiel von Googles umstrittenem Straßenbild-Projekt «Street View» in den vergangenen Wochen eine heftige Debatte entbrannt.

«Die Haltung ist aber zu kurz gegriffen, wenn man immer nur auf die Risiken des Internet schaut», sagte Scheer. «Das Internet ist heute unser Leben mit allen Vor- und Nachteilen.» Scheer kritisierte, die Bundesregierung habe keine klare IT-Strategie, notwendig sei ein Internetstaatsminister. Dazu sagte Merkel augenzwinkernd, immerhin beschäftigten sich nun viele Minister mit IT-Themen.

Aigner hatte unter anderem gefordert, dass der Suchmaschinen- Spezialist Google für seine Foto-Kartenansicht «Street View» in Deutschland die Zustimmung der Bürger einholen müsse, um Häuser und Straßen zu fotografieren. Scheer hatte die Forderung noch am Wochenende als «Killerargument» und Aigner als «Scharfmacherin gegen das Internet» bezeichnet.

Computer / Telekommunikation / Messen / CeBIT
01.03.2010 · 21:55 Uhr
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