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CDU-Politiker zeigen Verständnis für Ackermann-Kritik

Berlin (dts) - In der Debatte um eine mögliche Griechenland-Pleite haben sich Politiker aus der CDU hinter die Kritik des Chefs der Deutschen Bank, Josef Ackermann gestellt. Ackermann habe recht, "wenn er beklagt, dass ständig über Rekapitalisierung diskutiert wird und dadurch der Eindruck entsteht, Griechenland stehe tatsächlich vor einer Umschuldung - mit den möglichen Ansteckungsfolgen für andere Euro-Länder", sagte der haushaltspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Norbert Barthle, gegenüber der Onlineausgabe des "Handelsblatts". "Ich interpretiere ihn aber so, dass die privaten Gläubiger im Fall einer Griechenland-Umschuldung durchaus bereit wären, ihren Anteil an einem Forderungsverzicht von bisher 21 Prozent zu erhöhen."

Leider werde aber in der Griechenland-Frage noch sehr viel spekuliert. "Es ist wenig hilfreich, wenn sich Finanzwirtschaft und Politik schon in die Haare bekommen, obwohl noch keine Entscheidungen getroffen wurden", sagte der CDU-Politiker. Ähnlich äußerte sich der Berliner CDU-Abgeordnete Frank Steffel: "Ackermann hat völlig Recht. Die öffentlichen Debatten sind weder hilfreich noch zielführend", sagte das Mitglied im Bundestagsfinanzausschuss "Handelsblatt-Online". Entscheidend sei jetzt, dass in Griechenland die Privatisierung voranschreitet. "Dafür sollte das Staatseigentum in eine Treuhandanstalt nach deutschem Vorbild überführt werden", sagte Steffel. "Die Anstalt sollte von einem europäischen Fonds oder der EZB erworben werden und bringt Griechenland sofort bis zu 100 Milliarden Euro." Das sei der entscheidende Schritt für die Entschuldung. "Erst in diesem Zusammenhang können weitere Maßnahmen diskutiert werden", betonte der Christdemokrat. Dann müsse ein Wachstums- und Konjunkturprogramm für Griechenland folgen. "Ohne Wachstum gibt es keine Zukunft für Griechenland", so Steffel. Ackermann hatte erklärt, die Deutsche Bank wolle auch im Fall einer Verschärfung der Finanzkrise weiterhin ohne staatliche Hilfen auskommen. Sein Haus werde dafür alles tun. Darüber hinaus kritisierte er die Forderung von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nach höheren Eigenkapitalquoten der Banken. CDU-Politiker Barthle sagte dazu: "Wenn man auf europäischer Ebene zu dem Schluss kommt, dass eine Rekapitalisierung der Banken ohne staatlichen Zwang geht, dann wäre das natürlich in unserem Sinne. Wenn aber systemrelevante Banken in Schieflage geraten, dann muss der Staat eingreifen." Es bringt daher nichts, wenn Ackermann schon von vornherein dagegen Sturm laufe.
DEU / Parteien / Finanzindustrie / Wirtschaftskrise
13.10.2011 · 16:42 Uhr
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