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CDU-Netzpolitiker Tauber verteidigt Auszeichnung des Ego-Shooters "Crysis 2"

Berlin (dts) - Der Vorstand des netzpolitischen Vereins Cnetz, Peter Tauber (CDU), hat die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises an den Ego-Shooter "Crysis 2" verteidigt. "Die Grafik, das Design und der Soundtrack des Spiels sind sensationell gut gemacht. Wie in einem Actionfilm aus Hollywood. In "Crysis 2" geht es nicht um das planlose Töten von Menschen, sondern darum, New York von einer Invasion Außerirdischer zu befreien. Dazu bedarf es taktischen Geschicks und kognitiver Fähigkeiten. Wer nur "rumballern" will, der hat an "Crysis 2" keinen Spaß", erklärte Tauber die Preiswürdigkeit des Spiels im Interview mit dem "Spiegel".

Auch das der Zeitpunkt der Auszeichnung auf das Datum des Amoklaufes in Erfurt falle, finde der CDU-Politiker nicht pietätlos. "Ich finde die Kausalität, die Sie da herstellen, pietätlos, fast zynisch. Ich habe großes Mitgefühl mit den Opfern von Erfurt. Aber zu sagen, dass dieses schlimme Ereignis nicht passiert wäre, wenn es gewisse Computerspiele nicht gegeben hätte, ist mir zu monokausal. Es nervt mich, dass die Politik reflexartig Gewalttaten von Jugend lichen mit dem Spielen von Ego-Shootern erklärt. Damit ändert man nichts an den Ursachen, die einen Jugendlichen dazu bringen, sich vor dem Computer in Parallelwelten zu verlieren", so der Netzpolitiker weiter. Daraus ein Politikum zu machen sei nach Ansicht Taubers falsch. "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Man muss Computerspiele mit demselben Maßstab wie Spielfilme messen. Der Tarantino-Film "Inglourious Basterds" wurde mit mehreren Millionen Euro gefördert. Dabei übersteigen die darin enthaltenen Gewaltdarstellungen die Brutalität von "Crysis 2" um ein Vielfaches", betonte der CDU-Politiker. Computerspiele seien längst Teil unserer Kultur, teilweise seien sie sogar Kunst. "Wir leben in einem freien Land, in dem viele Menschen gern Ego-Shooter spielen. Darunter sind nicht nur Bekloppte, sondern Rettungssanitäter genauso wie Richter, Architekten oder Bundestagsabgeordnete wie ich", erklärte Tauber abschließend.
DEU / Parteien / Internet / Gesellschaft
29.04.2012 · 10:39 Uhr
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