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Castor-Transport am Ziel in Gorleben

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Gorleben (dpa) - Der Castor ist im Ziel: Nach mehr als 126 Stunden hat der Atommüll-Transport das Zwischenlager Gorleben erreicht. Bis zuletzt hatten Atomkraftgegner versucht, den Konvoi aufzuhalten. Der Polizeieinsatz war massiv.

Die elf Atommüll-Behälter waren am Mittwoch nahe der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague gestartet. Die letzte 20 Kilometer lange Etappe war von einem riesigen Polizeiaufgebot gesichert. Trotz der hohen Sicherheitsvorkehrungen an der Strecke gelang es zwei Atomkraftgegnern, auf das Führerhaus des ersten Castor-Lkw zu klettern. Daraufhin hatte der Tross unplanmäßig rund eine Stunde stoppen müssen.

Rund 1000 Menschen blockierten bei Kälte und über Nacht die Zufahrt zu der Lagerhalle in Gorleben. Nach Angaben der Anti-Atom-Initiativen harrten sie dort länger als 25 Stunden aus. Die Polizeikräfte räumten die Straße und mussten viele der Demonstranten wegtragen.

Außerdem gelang es Atomkraftgegnern von Greenpeace am Montagvormittag, die Polizei mit einem Trick zu überraschen. Sie versperrten mit einem Kleintransporter eine Castor-Transportstrecke und verankerten sich mit Betonklötzen am Asphalt.

Die Demonstranten wollten den Atommüll-Konvoi stoppen, weil sie das oberirdische Zwischenlager mit dem strahlenden Abfall für zu unsicher halten. Außerdem forderten sie die Bundesregierung auf, den Salzstock in Gorleben als möglichen Endlager-Standort aufzugeben.

«Die Polizei hat versucht, mit Gewalt unseren Willen zu brechen, sich dem Castor gewaltfrei in den Weg zu setzen», sagte Luise Neumann-Cosel von der Anti-Atom-Organisation X-tausendmal quer.

Die Initiativen beklagten, die Polizei sei überzogen gegen die Blockierer vorgegangen. Bis zuletzt hatten die Einsatzkräfte Wasserwerfer gegen einzelne Demonstranten eingesetzt. Diese hatten Beamte laut einem Polizeisprecher mit Feuerwerkskörpern beworfen und Strohballen angezündet.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beklagte dagegen zunehmende und aggressivere Angriffe gegen Beamte. «Der Vorwurf, dass Gewalt von der Polizei ausgegangen ist, ist sehr einseitig», sagte GdP-Chef Bernhard Witthaut. Die gegen Polizisten eingesetzten Waffen würden immer brutaler. Beim Castor seien etwa aus den Reihen der Demonstranten nagelgespickte Golfbälle geworfen worden, sagte Witthaut.

Obwohl die schwarz-gelbe Bundesregierung in diesem Jahr den Atomausstieg bis 2022 beschlossen hat, hat der Widerstand der Atomkraftgegner nicht nachgelassen. Auch der von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) angekündigten Suche nach einem alternativen Zwischenlager, schenken sie kein Glauben. Sie fordern eine neue Endlagersuche unter Ausschluss von Gorleben.

Der Castor-Transport war der letzte mit hoch radioaktivem Müll aus Frankreich. Es könnte aber noch weitere aus dem englischen Sellafield folgen. Im Zwischenlager stehen nun insgesamt 113 Behälter mit hoch radioaktivem Müll. Deutschland ist vertraglich verpflichtet, den Müll der deutschen Atomkraftwerke aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich wieder zurückzunehmen.

Atom / Transporte / Gorleben
28.11.2011 · 22:40 Uhr
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