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Cancún-Ergebnis von Klimaschützern begrüßt

Cancún (dpa) - Klimaschützer äußerten sich verhalten positiv zu den Ergebnissen des Klimagipfels von Cancún. Einigkeit herrschte jedoch daüber, dass die Vereinbarung nicht ausreiche, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen.

«Heute hat die internationale Gemeinschaft bewiesen, dass sie doch in der Lage ist, gemeinsam wichtige Schritte gegen den Klimawandel einzuleiten», sagte WWF- Klimaexpertin Regine Günther von der Umweltstiftung WWF. «Mit der Übereinkunft von Cancún wurde eine gute Grundlage für die kommenden Klimaverhandlungen in Südafrika gelegt.»

Greenpeace wertet das Abschlusspapier der Klimakonferenz in Cancún als Zeichen der Hoffnung. «Das Ergebnis ist besser, als viele hier zeitweise befürchtet haben. Trotzdem ­ es ist erst der Anfang. Jetzt muss die Arbeit richtig losgehen», sagte der Leiter der Internationalen Klimapolitik von Greenpeace, Martin Kaiser.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht zwar kleine Schritte in die richtige Richtung und hebt den Klimafonds hervor. «Die übrigen Vereinbarungen wie beispielsweise jene zu den konkreten CO2-Minderungszielen und deren Verbindlichkeit seien jedoch extrem schwammig formuliert und enthielten zu viele Schlupflöcher.» Staaten wie die USA, Japan, Kanada, Australien und China hätten weitere Fortschritte blockiert. «Wirksamer Klimaschutz wurde erneut vertagt, diesmal ins Jahr 2011 nach Durban in Südafrika», sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Das Ergebnis von Cancún halte die Erderwärmung nicht unter zwei Grad.

Immerhin habe der Klimagipfel die zwei Grad erstmals international als angestrebte Höchstgrenze für den Temperaturanstieg akzeptiert, hebt Germanwatch hervor. Doch habe sich gezeigt, dass der «konsensorientierte UN-Prozess» nicht alleine die notwendige Dynamik im internationalen Klimaschutz erzeugen könne, sagte der politische Geschäftsführer Christoph Bals mit Blick auf die USA. «Dazu bedarf es zusätzlich Vorreiterkoalitionen zwischen Staaten, Kommunen und Unternehmen.»

Für Klaus Töpfer, dem ehemaligen Chef des UN-Umweltprogramms Unep ist die Teilnehmerzahl des Gipfels zu groß. Nach der Konferenz in Cancún sollte über die Struktur solcher Treffen gesprochen werden, sagte Töpfer am Samstag MDR INFO. Bisher könnten Länder wie Bolivien oder Kuba den ganzen Prozess aufhalten. Notwendig sei beispielsweise eine bessere Abstimmung der Länder, die besonders viel CO2 ausstoßen würden. «Das sind 22 Staaten, die etwa 80 Prozent der gesamten klimabedeutsamen Emissionen verursachen.»

UN / Klima / Reaktionen
11.12.2010 · 20:59 Uhr
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