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Cameron sagt USA Hilfe bei Lockerbie-Untersuchung zu

Obama und Cameron im Oval OfficeGroßansicht
Washington (dpa) - Die Debatte über die umstrittene Freilassung des Lockerbie-Attentäters hat den ersten offiziellen Besuch des britischen Premiers David Cameron im Weißen Haus überschattet.

Cameron kündigte dabei am Dienstag an, er wolle die USA bei einer Untersuchung über die Hintergründe der Freilassung nach Kräften unterstützten. US-Präsident Barack Obama begrüßte die Ankündigung: Es seien alle Informationen willkommen, «die uns einen Einblick und mehr Verständnis dafür geben, warum die Entscheidung getroffen wurde», sagte Obama.

Mit Blick auf eine entsprechende Anhörung im US-Kongress Ende des Monats sagte Cameron am Dienstag nach seinem Treffen Obama, er wolle eine «angemessene Zusammenarbeit» sicherstellen. US-Senatoren werfen dem britischen Ölkonzern BP vor, die Freilassung Abdel Basset al-Megrahis vorangetrieben zu haben, um ein Millionengeschäft mit Libyen abzuschließen. Cameron sagte dazu, er habe keine Beweise gesehen, die eine Einflussnahme durch den Ölmulti belegten.

Der britische Premier wies die von US-Außenministerin Hillary Clinton erhobene Forderung zurück, eine eigene Londoner Untersuchung der Vorwürfe einzuleiten. Er brauche keine Untersuchung, um festzustellen, dass die Freilassung eine «schlechte Entscheidung» gewesen sei. Cameron kündigte aber eine weitere Prüfung aller Dokumente zu dem Fall an. Er habe dem Kabinettsminister Gus O'Donnell beauftragt, «noch einmal über alle Papiere zu schauen, die mit dem Fall zusammenhängen, um zu sehen, ob es weitere Informationen gibt, die veröffentlicht werden können», sagte er in einem Interview des US-Fernsehsender ABC.

Der Premier rief dazu auf, die Ölpest von der Freilassung des Lockerbie-Attentäters zu trennen. Er könne die Verärgerung in den USA über die von BP verursachte Umweltkatastrophe verstehen, betonte Cameron. Angesichts der Arbeitsplätze sei es aber im Interesse der USA und Großbritanniens, dass der Ölkonzern ein «starkes Unternehmen» bleibe.

Bei dem Flugzeug-Attentat nahe der schottischen Stadt Lockerbie 1988 waren 270 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 189 US- Bürger. Als Grund für die Freilassung des Libyers war damals die Krebserkrankung des Attentäters angeführt worden, die angeblich bereits schon sehr weit fortgeschritten war. Aus Libyen hört man inzwischen, Al-Megrahi sei schon vor längerer Zeit aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er sei noch in ärztlicher Behandlung. Sein Zustand sei jedoch stabil.

US-Außenministerin Clinton hatte die Briten am Montag aufgefordert, die Umstände der Freilassung zu untersuchen. «Wir ermutigen die schottischen und britischen Behörden, die Fakten noch einmal zu prüfen und die neuen Informationen einzubeziehen, die seit der Entlassung ans Licht gekommen sind», schrieb sie an die Senatoren. Nach einem Hin und Her stimmte der britische Premierminister am Dienstag kurzfristig ein Treffen mit Senatoren zu. Zunächst hatte Cameron erklären lassen, er habe zu viele Termine.

Terrorismus / USA / Großbritannien
20.07.2010 · 21:34 Uhr
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