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Bustickets teurer: Massive Randale in Rio

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Rio de Janeiro (dpa) - Brennende Barrikaden, Tränengas und Randale - Rio ist erneut Schauplatz gewalttätiger Proteste. Auslöser war wie im Vorjahr eine geplante Fahrpreiserhöhung im öffentlichen Nahverkehr.

Nach einer zunächst friedlichen Demonstration kam es zu Ausschreitungen, bei denen mindestens sieben Menschen verletzt wurden, wie lokale Medien berichteten. Ein Kameramann des TV-Senders Band wurde von einem Sprengsatz am Kopf getroffen und schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Unklar blieb zunächst, ob Polizisten oder Randalierer für die Tat verantwortlich waren.

Gewaltbereite Demonstranten hatten am Donnerstagabend die Bahnstation «Central do Brasil» gestürmt und dort zahlreiche Drehkreuze zerstört, durch die die Passagiere gehen müssen. Es kam zu Tumulten. Die Bahnbetreiber forderten Polizei an.

Die meist vermummten Randalierer bewarfen die Sicherheitskräfte mit Steinen und schleuderten auch Feuerwerkskörper auf die Beamten, die ihrerseits Tränengasgranaten einsetzten. Vor der Bahnstation wurden Chemie-Klos in Brand gesetzt und auf einigen Straßen Barrikaden angezündet, wodurch zahlreiche Busse steckenblieben. Die Polizei nahm nach Medienangaben rund 30 Personen fest.

Der Kameramann wurde in einem Polizeiauto ins Krankenhaus gefahren. Er habe viel Blut verloren, hieß es in einer Mitteilung des Senders. «Sein Zustand ist ernst.» Nach Angaben der brasilianischen Vereinigung für Investigativjournalismus (Abraji) ist der Kameramann bereits der dritte Journalist, der seit Jahresanfang bei Demonstrationen verletzt wurde.

Die Proteste richteten sich gegen eine in Rio geplante und von diesem Samstag an wirksame Erhöhung der Busstarife. Statt 2,75 Reais (85 Euro-Cent) soll der Fahrschein künftig 3 Reais (92 Euro-Cent) kosten. Geplante Fahrpreiserhöhungen hatten im vorigen Sommer in zahlreichen Städten Brasiliens über Wochen zu massiven und landesweite Protesten geführt, die sich im Laufe der Zeit auch gegen Misswirtschaft, Korruption und die Milliarden-Kosten für die Fußball-Weltmeisterschaft richteten.

Wegen der Demonstrationen verzichteten die meisten Stadtverwaltungen - auch in Rio - auf die Fahrpreiserhöhung. In der Stadt am Zuckerhut sollten die Preise damals von 2,75 auf 2,95 Reais erhöht werden.

Rio ist am 13. Juli Austragungsort des WM-Finales. In den vergangenen Wochen war es in mehreren Städten des Landes wieder zu Protestaktionen gekommen, die unter dem Motto «Não vai ter Copa» («Es wird keine WM geben») standen. Die Regierung ist besorgt wegen der Möglichkeit andauernder Proteste während der WM vom 12. Juni bis 13. Juli.

Demonstrationen / Brasilien
07.02.2014 · 15:04 Uhr
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