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Busse nicht immer Alternative für Flugpassagiere

Das Bild zeigt Flugpassagiere in Frankreich, die sich wegen der Luftraumsperrung mit Bussen fortbewegen.Großansicht
Berlin (dpa) - Schulklassen wollen aus Berlin zurück nach Italien, Geschäftsleute aus München zur Aufsichtsratssitzung nach Schweden. Vom Flugchaos in Europa durch die Aschewolke aus Island profitieren nicht nur Mietwagen- und Taxiunternehmen.

Auch die Omnibusunternehmen können sich vor Anfragen kaum retten. «Wir haben einen erheblichen Bedarf nach Fernfahrten», berichtet Hans-Jörg Schulze, Mitbetreiber des Berliner Unternehmens Haru-Reisen. Viele Aufträge könnten aber nicht angenommen werden, da nicht genügend Busse zur Verfügung stehen.

«Wir sehen das mit einem lachenden und weinenden Auge», betont Schulze, dessen Unternehmen mit 23 Omnibussen und gut 100 Mitarbeitern normalerweise 350 Zielorte in Deutschland und Europa ansteuert. Einige Busse konnten nicht zum Einsatz kommen, da sie schon lange im Voraus für irgendwelche Stadtrundfahrten oder Transfers ausgebucht waren. «Und wenn solche Aufträge dann kurzfristig nicht zustande kommen, ärgere ich mich, wenn wir stattdessen nicht nach Rom oder Brüssel gefahren sind.»

Anfragen seien vor allem von Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften und auch der Bahn gekommen. Aber auch Einzelgruppen wollten Busse mieten, wie zum Beispiel 19 Urlauber aus Spanien, die am vergangenen Samstag von Berlin zurück nach Madrid wollten. Die 30 Stunden-Fahrt mit drei Fahrern hätte sie zwischen 5000 und 6000 Euro gekostet.

Nico Schoenecker vom Unternehmen Autobus Oberbayern macht die gerade in München laufende Baumaschinenmesse Bauma einen Strich durch die Rechnung. «Viele Messebesucher konnten durch das Vulkanasche- Chaos nicht kommen. Wir waren aber schon gebucht», schimpft Schoenecker. So konnte er viele neu hereinkommende Aufträge nicht bedienen. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ursprünglich anfragen lassen für eine Fahrt von München nach Berlin. Diese kam dann aber nicht zustande, da Merkel auf ihrer Rückreise von den USA zunächst in Lissabon hängenblieb.

Der hessische Busunternehmerverband richtete sogar ein zentrales Infotelefon für gestrandete Fluggäste ein. Dort informieren Mitarbeiter über freie Kapazitäten bei Busunternehmen. Auch der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) schätzt, dass nur ein Teil der rund 5000 Busunternehmen von der außergewöhnlichen Situation profitiert. Hauptproblem sei, dass viele nicht so flexibel auf die Nachfrage reagieren können. Manch einem Reisenden sind auch die Distanzen zu weit: «Busse sind da keine wirkliche Alternative», sagt Verbandssprecher Martin Kaßler.

Luftverkehr / Vulkane / Island
20.04.2010 · 22:37 Uhr
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