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Buschkowsky: In Neukölln «Rückmarsch ins Mittelalter»

Wachschutz in NeuköllnGroßansicht

Berlin (dpa/bb) - Der Bürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), hat in der Integrationsdebatte mit scharfen Worten auf negative Entwicklungen hingewiesen.

Er beobachte bei bestimmten Einwandererfamilien im Moment, «dass der Rückmarsch ins Mittelalter weiter fortschreitet», sagte Buschkowsky dem Magazin «Stern». Es gebe zunehmend «Eltern, die Probleme mit dem Biologieunterricht haben und Mädchen, die keinem Jungen die Hand geben», sagte Buschkowsky. «Die Lehrer schätzen den Anteil dieses Milieus auf 20 bis 30 Prozent. Und er wird nicht kleiner, sondern größer.»

Er warnte davor, die Entwicklung zu ignorieren. «Unsere Probleme haben viele Kommunen in Deutschland. Es gibt viele Neuköllns, sie heißen nur anders. Wir sind nur etwas größer.» In Neukölln leben 300 000 Menschen. 40 Prozent davon sind Einwanderer oder Kinder von Einwanderern. In den Grundschulen von Nord-Neukölln liegt der Migrantenanteil bei bis zu 90 Prozent.

Den etablierten Parteien warf Buschkowsky vor, die Menschen mit ihrer Angst vor Überfremdung alleinzulassen. Zur Zeit wollten alle den «Störenfried» Thilo Sarrazin loswerden, er bezweifele aber, dass Integration tatsächlich zu einem Megathema der Politik werde. «Aber es gibt die Einwanderung in die Sozialsysteme, es gibt Integrationsverweigerung und Parallelgesellschaften. Es gibt Rückschrittlichkeit und Kriminalität. Der Risikofaktor jung, männlich, Migrant ist Realität. Aber die große Politik sagt: Integration - eine einzige Erfolgsgeschichte.» Dabei sei das geplante Integrationsgesetz des rot-roten Senats die «Karikatur eines Gesetzes». Nötig seien stattdessen verpflichtende Kitas und Ganztagsschulen.

Migration / Gesellschaft / Integration / Berlin
08.09.2010 · 22:00 Uhr
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