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Bundeswehrskandal um Mutproben bei den Gebirgsjägern

Garmisch-Partenkirchen (dts) - Die im oberbayerischen Mittelwald stationierten Gebirgsjäger des Bataillon 233 haben offenbar für einen Mutprobenskandal bei der Bundeswehr gesorgt. Ein ehemaliger Soldat hatte sich bei dem Wehrbeauftragten des Bundestags, Reinhold Robbe, über einen Vorfall aus dem Juni 2009 beschwert. Demzufolge gebe es in der Edelweiß-Kaserne der Gebirgsjäger Aufnahmerituale unter den Soldaten, bei denen rohe Schweineleber verzehrt und bis zum Erbrechen Alkohol getrunken werden müsse. Der Autor der Beschwerde, der sich ansonsten positiv über seine angeblich unwissenden Vorgesetzten aussprach, forderte ein Verbot der Rituale, die es anscheinend seit den 90er Jahren gibt. Die Mutproben dienten laut Robbe dem Aufstieg in einer internen Hierarchie, die "der Hochzugkult" genannt werde. Dort würde man zunächst als "Fux" dazu gezwungen, für die höheren Grade zu spülen und zu putzen, bis man die verschiedenen Mutproben bestehe. "Wir nehmen die Sache sehr ernst", sagte Bundeswehrsprecher Wozniak heute. Die zuständigen Stellen hätten bereits mit den Ermittlungen begonnen. Auch Verteidigungsminister zu Guttenberg (CSU), der selber seinen Wehrdienst in Mittenwald absolvierte, forderte eine umgehende Reaktion. Mit welchen rechtlichen Konsequenzen die beteiligten Soldaten zu rechnen haben, steht derzeit noch nicht fest.
DEU / Militär
09.02.2010 · 23:58 Uhr
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