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Bundeswehr konnte gekapertem Schiff nicht helfen

Der Mehrzweckfrachter Beluga Nomination: Piraten haben vor Somalia das deutsche Handelsschiff gekapert. (Archivbild)Großansicht

Potsdam/Bremen (dpa) - Die Bundeswehr hat dem von Piraten gekaperten deutschen Handelsschiff vor Somalia nach Angaben des Einsatzführungskommandos nicht helfen können.

«Die Fregatte Hamburg war innerhalb der EU-Mission in Djibuti im Hafen zur Nachversorgung», sagte Korvettenkapitän Christoph Kohlmorgen in Geltow bei Potsdam. Das Einsatzgebiet sei riesengroß, und die Fregatte hätte mehrere Tage gebraucht, um das gekaperte Schiff zu erreichen. Die Beluga-Reederei wollte sich zunächst nicht zur aktuellen Entwicklung auf dem Schiff äußern.

Die «Beluga Nomination» wurde nach Angaben der Reederei bereits am vergangenen Samstag im Indischen Ozean etwa 800 Seemeilen nördlich der Seychellen angegriffen - fernab der international definierten «Hochrisikozone» am Horn von Afrika. Nach Angaben des Anti-Piraten-Mission der EU war das nächste Kriegsschiff zu diesem Zeitpunkt rund 1000 Seemeilen entfernt und wartete darauf, einen Frachter mit Hilfsgütern nach Somalia zu eskortieren.

Der Schutz der Hilfsgüter sei die wichtigste Aufgabe der Mission. Andere Schiffe seien noch weiter weg gewesen und hätten im Golf von Aden am Horn von Afrika patroulliert, hieß es. Nach einem Bericht des Bremer «Weser-Kuriers» mussten Branchenkreisen zufolge alle Einheiten in der Region gerade zur Reparatur im Hafen liegen oder Treibstoff bunkern.

Beluga gibt nach eigenen Angaben jährlich mehrere Millionen Euro für die Sicherheitsausstattung der Flotte, steigende Versicherungssummen und Trainingsprogramme für die Crews aus. Nach dem Bericht des «Weser-Kuriers» schließt Beluga-Chef Niels Stolberg nun auch das Anheuern bewaffneter Teams für seine Schiffe nicht mehr aus. Die Reederei wurde mit dem jüngsten Fall bereits zu dritten Mal von Piraten angegriffen.

Unterdessen sagte im Hamburger Piratenprozess am Mittwoch der Einsatzleiter des niederländischen Marinekommandos aus, das im April 2010 den vor Somalia gekaperten Frachter «Taipan» befreit hatte. Nach mehreren Warnschüssen sei es zu einem Feuergefecht mit den Piraten gekommen, erzählte der 40-jährige Offizier vor dem Landgericht. Ein Hubschrauber habe die Spezialeinheit auf den Frachter gebracht. Die Mannschaft der «Taipan» hatte sich rechtzeitig in einem Maschinenraum in Sicherheit gebracht. Zehn mutmaßliche somalische Piraten müssen sich wegen Angriffs auf den Seeverkehr und erpresserischen Menschenraubs vor Gericht verantworten.

Schifffahrt / Piraterie
26.01.2011 · 15:37 Uhr
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