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Bundeswehr-Jahresbericht zeigt viele Missstände auf

Berlin (dts) - Der scheidende Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), hat heute den Jahresbericht zum Afghanistan-Einsatz der deutschen Bundeswehr vorgestellt. In diesem findet sich eine große Zahl von Missständen, vieles hätte sich seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren nicht geändert. Probleme gebe es vor allem bei der Sicherheit der Soldaten, die Robbe als "nicht optimal" bezeichnete. So sei die Ausrüstung der Männer und Frauen mangelhaft. Es würde zu wenig und zu gering geschützte Fahrzeuge geben, einige seien gar nicht für den Einsatz in Afghanistan geeignet. Zudem sei ein Mangel an Transportflugzeugen und Hubschraubern aber auch Maschinengewehren verzeichnet worden. Ein weiterer Schwerpunkt des Papiers ist die medizinische Versorgung. Nach der Kündigung von 120 Militärärzten blieben viele Stellen unbesetzt, derzeit fehlen 600 Mediziner. Zudem litten immer mehr Soldaten unter psychischen Belastungen. 466 Soldaten, fast doppelt so vielen wie im Jahr 2008, wurde allein im vergangenen Jahr eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Ursache dafür seien unter anderem kriegsähnliche Zustände in den Einsatzgebieten, so Robbe. Dabei würden derartige Erkrankungen teilweise noch immer als Schwäche angesehen und daher verschwiegen, von einer höheren Dunkelziffer sei also auszugehen. Auch die Frauen in der Bundeswehr meldeten nach wie vor sexuelle Belästigungen und diskriminierende und frauenfeindliche Einstellungen. Angesichts dieser und weiterer Probleme wie etwa einer unübersichtlichen und veralteten Führungs-, Planungs- und Bürokratiestruktur forderte Robbe schließlich eine nach seiner Ansicht unverzichtbare Modernisierung der Streitkräfte.
DEU / Afghanistan / Militär
16.03.2010 · 13:42 Uhr
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