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Bundeswehr betont nach Anschlag Gefechtsbereitschaft

Bundeswehr in AfghanistanGroßansicht
Berlin/Kabul (dpa) - Nach immer neuen Anschlägen auf die Bundeswehr in Afghanistan hat das Berliner Verteidigungsministerium die Gefechtsbereitschaft seiner Soldaten betont.

Am Sonntag waren bei einer Schießerei in der nordafghanischen Provinz Kundus zwei deutsche Soldaten verletzt worden. Ein Angreifer wurde vermutlich getötet, sagte Ministeriumssprecher Thomas Raabe am Montag in Berlin. Bereits am Donnerstag seien bei mehrstündigen Kämpfen mit radikal-islamischen Taliban vermutlich zehn Gegner ums Leben gekommen. «Das zeigt, dass wir auch in der Lage sind, die Angreifer abzuwehren und auch zu töten», betonte Raabe.

Unter den am Donnerstag involvierten bis zu 120 Bundeswehrsoldaten habe es keine Verletzten gegeben. Bei dem Sprengstoffanschlag auf eine Bundeswehr-Patrouille im Problem-Distrikt Chardara wurde am Sonntag hingegen ein Bundeswehrsoldat schwer und ein zweiter leicht verletzt. Beide wurden noch in der Nacht zum Montag zurück nach Deutschland geflogen. Der Zustand des durch einen Schuss schwer verletzten Soldaten sei stabil. Beide würden im Zentralkrankenhaus der Bundeswehr in Koblenz behandelt, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam mit.

Bei dem Angriff war laut Verteidigungsministerium auf die Patrouille zunächst ein Sprengstoffanschlag verübt worden, danach kam es zum Feuergefecht. Dabei seien die beiden Soldaten verletzt worden. Die Taliban hatten zuvor sich zu dem Anschlag bekannt, und behauptet, Aufständische hätten den Angriff ausgeführt und dabei «acht deutsche Soldaten» getötet sowie zwei Panzer zerstört. Angaben der Extremisten gelten jedoch als übertrieben und haben sich oft als gänzlich falsch herausgestellt. Der Chef der Distriktverwaltung von Chardara, Abdul Wahid Omarkhel, erklärte, bei dem Feuergefecht sei auch mindestens ein Angreifer getötet worden.

Raabe sprach von einer verschärften Sicherheitslage und verstärkten Kampfhandlungen. In diesem Jahr habe es in Afghanistan 34 «eindeutige» Anschläge, wie etwa durch Raketenbeschuss, gegeben, allein 30 davon im Raum Kundus. Dabei sei immer deutlicher ein «geordnetes Vorgehen der Terroristen» zu beobachten, sagte Raabe. Wie bei dem Angriff am Donnerstag komme es auf Routen mittlerweile gleich zu mehreren Angriffen hintereinander, was auch einen Rückzug der Patrouillen erschwere. Derzeit sind etwa 1100 deutsche Soldaten in der Region Kundus stationiert, in ganz Afghanistan sind es mehr als 3800. Seit Beginn des Einsatzes 2002 kamen 32 deutsche Soldaten ums Leben, davon 15 bei Anschlägen.

Zuletzt war Ende April ein deutscher Soldat getötet worden. Der militärische und der zivile Leiter des deutschen Wiederaufbauteams in Kundus, Oberst Georg Klein und Hermann Nicolai, hatten bei einem Besuch von Ex-Verteidigungsminister und SPD-Fraktionschef Peter Struck am Donnerstag in Kundus erklärt, vor den Wahlen in Deutschland im September und in Afghanistan im August werde sich die Lage voraussichtlich weiter verschlechtern.

Konflikte / Bundeswehr / Afghanistan
08.06.2009 · 15:49 Uhr
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