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Bundeswehr am Wahltag in Kundus angegriffen

Kundus (dpa) - Wegen der Gewalt bei der Parlamentswahl in Afghanistan hat die Bundeswehr in Kundus am Samstag nach offiziellen afghanischen Angaben ihre Panzerhaubitzen eingesetzt.

Der Gouverneur der nördlichen Provinz Kundus, Mohammad Omar, sagte der Nachrichtenagentur dpa, die deutschen Truppen hätten Ziele im Unruhedistrikt Char Darah mit schwerer Artillerie beschossen. Über Opfer lagen keine Angaben vor.

Omar sagte, bei mehr als einem Dutzend Anschlägen und Angriffen in der Provinz seien 15 Zivilisten und ein Polizist verletzt worden. Betroffen seien Kundus-Stadt, Char Darah und der Distrikt Ali Abad.

Auch deutsche Soldaten in Kundus wurden am Wahltag zum Angriffsziel. Die Bundeswehr teilte auf ihrer Homepage mit, deutsche Soldaten seien am Samstag rund elf Kilometer nordwestlich des Feldlagers beschossen worden. Die Truppen hätten das Feuer erwidert. Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen.

Die Bundeswehr teilte weiter mit, im Bereich des Feldlagers seien am Samstag sieben Raketen eingeschlagen. Das Camp selber sei nicht getroffen worden. Eine Rakete sei in der Nähe des Flughafens Kundus detoniert. Bei keinem der Einschläge seien Soldaten verwundet worden.

Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos sagte, bei Gefechten in der an Kundus angrenzenden Provinz Baghlan unterstütze die Bundeswehr afghanische Sicherheitskräfte. Deutsche Soldaten seien bei den Kämpfen nicht zu Schaden gekommen.

Der Gouverneur Baghlans, Munschi Abdul Madschid, hatte zuvor gesagt, in der Provinz seien im Distrikt Baghlan-e-Markasi schwere Gefechte mit den Taliban ausgebrochen. Angaben zu Opfern bei den Kämpfen machte er nicht. Madschid sagte weiter, am Wahltag seien bei mehreren Anschlägen in Baghlan seien ein Zivilist getötet und fünf weitere verletzt worden.

Bei Anschlägen und Angriffen während der Parlamentswahl wurden am Samstag in Afghanistan mehrere Menschen getötet. Die Polizei teilte mit, in der Provinz Balch seien drei Zivilisten bei der Explosion eines Sprengsatzes gestorben. In der Provinz Tachar wurden nach Angaben der Provinzregierung zwei Zivilisten getötet, als eine Panzerfaustgranate ein Wahllokal verfehlte und ein Wohnhaus traf.

Kundus, Baghlan, Tachar und Balch gehören zum nordafghanischen Verantwortungsbereich der Bundeswehr. In der ostafghanischen Provinz Kunar kam nach Angaben der Polizei ein Mensch beim Einschlag einer Rakete ums Leben. Auch aus anderen Provinzen wurden Anschläge und Angriffe gemeldet.

Wahlen / Konflikte / Bundeswehr / Afghanistan
18.09.2010 · 13:23 Uhr
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