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Bundesregierung erhöht Druck auf Karsai

Verteidigungsminister zu Guttenberg trägt bei seinem Eintreffen in Kabul eine Schutzweste.Großansicht
Kabul (dpa) - Die Bundesregierung verknüpft das weitere Engagement in Afghanistan mit Fortschritten der neuen Regierung von Präsident Hamid Karsai.

«Alle möglichen weiteren Verpflichtungen müssen mit Ergebnissen der Afghanistan-Konferenz sowie mit weiteren Schritten der afghanischen Regierung verbunden sein», sagte der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei seinem Antrittsbesuch am Donnerstag in Kabul. «Wir stehen zu unserem Einsatz, aber wir wollen wissen, was die afghanische Regierung als nächste Ziele plant.» Karsai war vergangene Woche nach einer von Betrug überschatteten Wahl im Amt bestätigt worden.

Auch die USA, Großbritannien und die Vereinten Nationen haben den Druck auf den Präsidenten erhöht. Die internationale Afghanistan-Konferenz ist für Ende Januar geplant, ein Ort steht noch nicht fest. Guttenberg kam am Donnerstag mit seinem afghanischen Amtskollegen Abdul Rahim Wardak zusammen. Anschließend war ein Treffen des neuen Ministers mit Karsai geplant. Wardak sagte auf die Frage nach einer Ausstiegsstrategie, nach seiner Vorstellung müssten die ausländischen Truppen in den kommenden vier bis fünf Jahren zunehmend eine unterstützende und begleitende Rolle einnehmen. Ziel der Staatengemeinschaft ist es, die afghanischen Sicherheitskräfte soweit aufzubauen, dass sie selber das Land schützen können.

Acht Jahre nach Beginn des internationalen Engagements zog Guttenberg eine gemischte Bilanz. In einigen Bereichen habe es Erfolge, in anderen Stagnation gegeben, sagte der Minister. Seine Visite sei ein Antrittsbesuch bei den Soldaten und bei der politischen Spitze des Landes. Im Hauptquartier der Internationalen Schutztruppe ISAF kam Guttenberg mit dem amerikanischen ISAF-Kommandeur Stanley McChrystal zusammen. Thema der Gespräche solle auch das verstärkte Eingreifen der USA in Nordafghanistan sein, sagte Guttenberg zuvor. Er verfolge die US-Aktivitäten im Bereich des deutschen Einsatzgebiets «nicht mit großen Ingrimm».

Konflikte / Bundeswehr / Afghanistan
12.11.2009 · 11:54 Uhr
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