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Bundesbankpräsident Weidmann warnt vor Euro-Bonds

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt den Präsidenten der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, im Kanzleramt. Foto: Wolfgang KummGroßansicht

München (dpa) - Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat vor einer raschen Einführung von Euro-Bonds oder Euro-Bills gewarnt.

Der Versuch, «den letzten Schritt einer vertieften Integration zuerst zu machen und die anderen zu unterlassen, droht die Währungsunion zu gefährden», warnt er in einem Gastbeitrag für die «Süddeutsche Zeitung» (Mittwoch). In der gegenwärtigen Diskussion plädierten allzu viele Stimmen für die rasche Einführung einer Gemeinschaftshaftung.

Weidmann befürchtet, dass der erforderliche Souveränitätsverzicht der Mitgliedstaaten sowie die nötigen Anpassungen in EU-Verträgen und nationalen Verfassungen «ausgeblendet» werden. «Versuche, sich dran trickreich vorbeizumogeln, untergraben mehr und mehr das für die Zukunft der Währungsunion erforderliche Vertrauen», schreibt er. Die Schaffung einer Schuldenunion würde die «gegenwärtige politische und wirtschaftliche Instabilität weiter vergrößern».

Für die nächsten Schritte in der Währungsunion sei eine Zustimmung durch die Bevölkerung aller Länder notwendig, erklärt der Bundesbankpräsident. Ein neuer Ordnungsrahmen für die Währungsunion erfordere nicht nur «umfassende Änderungen in den EU-Verträgen und den nationalen Verfassungen» - die bisherige Erfahrung lehre, dass «diese Regeln nur dann bindend und praktisch relevant sind, wen eine Mehrheit der Bevölkerung sie unterstützt».

EU / Finanzen / Bundesbank
27.06.2012 · 11:23 Uhr
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