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Bundesbank-Chef warnt vor Risiken der EZB-Politik

Jens Weidmann: «Für die Geldpolitik ist wesentlich, dass keine weiteren Lasten oder Risiken auf das Eurosystem verschoben werden.»

Hamburg (dpa) - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt vor Risiken des Krisen-Kurses der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Zentralbanker hätten durch ihre geldpolitischen Maßnahmen zur Beruhigung der Märkte «beträchtliche Risiken» in ihre Bilanz genommen.

Das bedeute «natürlich zugleich, dass Risiken zwischen den Steuerzahlern einzelner Länder umverteilt werden», sagte Weidmann dem «Spiegel» laut Vorabmeldung. «Wir müssen diese Risiken wieder reduzieren, denn für diese Risiken steht mit 27 Prozent der deutsche Steuerzahler gerade», mahnte er.

Weidmann hatte zusammen mit EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark gegen den Ankauf von Anleihen hochverschuldeter Euro-Staaten wie Griechenland und zuletzt auch Italien durch die EZB gestimmt. Die Deutschen waren jedoch weitgehend isoliert, Stark erklärte in der Folge am 9. September seinen Rücktritt. Weidmann sieht sich nach eigenen Worten «in der Tradition der stabilitätspolitischen Prinzipien der Bundesbank, die auch von der deutschen Öffentlichkeit gestützt wird». Er werde diese Position auch weiter im EZB-Rat einbringen.

Weidmann hält es nach eigenen Worten für falsch, «unter Berufung auf einen allgemeinen Notstand alle bewährten Prinzipien der Geldpolitik über Bord zu werfen: «Springt die Geldpolitik erst einmal ein, wird es immer wieder Gründe geben, die vermeintlich für eine Fortsetzung dieser Maßnahme sprechen», sagte er. Wenn die Geldpolitik in die Märkte eingreife, reduziere sie den Druck auf die betroffenen Regierungen, die notwendigen Reformen einzuleiten. Auch sei nur die Politik demokratisch legitimiert, Sparprogramme aufzulegen oder Rettungspakete zu schnüren.

EU / Finanzen / EZB / Bundesbank
17.09.2011 · 21:28 Uhr
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