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Bürger gegen noch mehr Bundeswehr in Afghanistan

Hamburg/Berlin (dpa) - Die überragende Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge gegen die geplante Verstärkung der Bundeswehrtruppe in Afghanistan. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Erhebung im Auftrag des Magazins «Stern».

Demnach lehnen es rund vier von fünf Deutschen (79 Prozent) ab, mehr Soldaten an den Hindukusch zu schicken. Die Meinungsforscher hatten die Umfrage in der vergangenen Woche gemacht - wenige Tage bevor die schwarz-gelbe Koalition ankündigte, das Kontingent aufzustocken.

Laut der Umfrage ist der Widerstand gegen die Pläne auch unter den Anhängern der Regierung hoch: 77 Prozent der Unions- und sogar 86 Prozent der FDP-Wähler sind gegen die Verstärkung der Truppe.

Fast jeder Dritte Befragte (32 Prozent) fordert einen sofortigen Abzug der Bundeswehr. Das wollen vor allem die Wähler der Linken (52 Prozent). Bei den Unions- und SPD-Wählern sind es je 27 Prozent. Den Rückzug bis spätestens Ende 2011 wünscht rund ein Viertel aller Befragten (24 Prozent). 14 Prozent sind dafür, spätestens Ende 2015 abzuziehen. Nur ein Viertel (25 Prozent) meint, die Bundeswehr solle bei Bedarf noch länger bleiben.

Forsa befragte am 20./21. Januar 1002 Bundesbürger. Am Dienstag - zwei Tage vor der internationalen Afghanistan-Konferenz in London - hatte die Bundesregierung sich darauf verständigt, die Truppe um 850 auf bis zu 5350 Soldaten zu verstärken und einen vollständigen Abzug des deutschen Kontingents möglichst bis 2014 vorzubereiten. Der Bundestag muss allerdings noch zustimmen.

Konflikte / Bundeswehr / Umfragen / Afghanistan
27.01.2010 · 22:35 Uhr
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