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Brunner starb an Herzstillstand

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München (dpa) - Zehn Monate nach dem Tod Dominik Brunners sind erstmals Details über die Todesursache des Managers bekanntgeworden. Demnach starb Brunner nicht unmittelbar an den massiven Tritten und Schlägen zweier Jugendlicher bei der Verteidigung mehrerer Kinder, sondern an einem Herzstillstand.

Entsprechende Medienberichte bestätigte die Staatsanwaltschaft München, bleibt jedoch beim Mordvorwurf gegen die Angeklagten Sebastian L. (18) und Markus S. (19). Ihre massive Gewalt sei unmittelbarer Auslöser des Herzstillstands und habe so den Tod verursacht. Brunner würde noch leben, gäbe es den Kampf nicht.

«Herr Brunner ist infolge der Schläge und Tritte daran gestorben, dass das Herz stehengeblieben ist», sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger, Sprecherin der Anklagebehörde, am Samstag der dpa in München. Damit sei die Kausalität klar. Brunner hätte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ohne die massiven Schläge und Tritte keinen Herzstillstand erlitten.

Stockinger hatte bereits im Herbst nach der Obduktion die Gesamtheit der Verletzungen Brunners als Todesursache herausgestellt: «Er hatte 22 sehr schwere Verletzungen, die in ihrer Gesamtheit zum Tod geführt haben», sagte Stockinger damals.

Ein endgültiges Obduktionsergebnis wurde bisher nicht öffentlich. Am Samstagmorgen hatten «Spiegel-online» sowie der «Münchner Merkur» mit Verweis auf die Staatsanwaltschaft München berichtet, dass der Manager an Herzversagen starb und einen Herzfehler gehabt habe. «Es stimmt, dass das Herz stehengeblieben ist», sagte Stockinger und bestätigte auch, dass in dem Gutachten eines Sachverständigen von einem vergrößerten Herzmuskel die Rede sei. «Ob das aber als Herzfehler zu werten ist, kann ich nicht beurteilen», sagte sie.

Gegen die beiden Angeklagten läuft seit vergangenem Dienstag der Prozess vor dem Münchner Landgericht. Das Gutachten zur Todesursache Brunners und Bewertung der Tat werde im Prozess im Anschluss an die Beweisaufnahme und damit frühestens am 28. Juli gehört, sagte Stockinger.

Es sei ein normaler Prozessverlauf, dieses Gutachten am Ende des Prozesses vorzustellen, da ja die Tat- und Begleitumstände aus der Beweisaufnahme in die abschließende Fassung einfließen müssten. Der Sachverständige sei die gesamte Verhandlung über dabei.

Brunner war am 12. September 2009 bei einer Schlägerei mit den Jugendlichen auf dem S-Bahnsteig München-Solln ums Leben gekommen. Er hatte sich schützend vor vier Kinder gestellt, von denen die Jugendlichen laut Zeugenaussagen Geld erpressen wollten. Der Fall hatte bundesweit Aufsehen und Anteilnahme erregt, weil der 50-jährige Brunner die Kinder gegen die Angreifer hatte schützen wollen und das nicht überlebte. Der Manager war nach seinem Tod als Held ausgezeichnet, und es war in seinem Namen war eine Stiftung gegründet worden.

Unstrittig ist nach den bisherigen Zeugenaussagen im Prozess, dass Brunner sich auf dem Bahnsteig vor die drangsalierten Kinder gestellt hatte und dann in Erwartung einer Auseinandersetzung mit Sebastian L. und Markus S. auf diese zuging und auch zuerst zuschlug. Die beiden jungen Männer waren daraufhin von zwei Seiten auf Brunner losgegangen und hatten ihm Schläge und Tritte verpasst.

Laut «Spiegel» erlitt der Manager dabei aber weder einen Schädelbruch noch andere Knochenbrüche, die zum Tode hätten führen können. «Den Umstand, dass Brunner unter einem vergrößerten Herzen litt, verschwieg die Staatsanwaltschaft bislang der Öffentlichkeit», heißt es in dem Bericht weiter.

Prozesse / Kriminalität
18.07.2010 · 17:14 Uhr
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