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Brüchige Waffenruhe in Nahost

Flüchtlingslager in Gaza: Eine Frau schaut der Beisetzung eines Hamas-Kämpfers zu, der am 21. Juni nach einem israelischen Luftschlag gestorben war. Foto: Mohammed SabeiGroßansicht

Erstmals seit knapp einer Woche schweigen in Nahost weitgehend die Waffen. Doch die Angst vor neuer blutiger Gewalt zwischen Israel und den militanten Palästinensergruppen im Gazastreifen bleibt.

Jerusalem (dpa) - Israel hat den militanten Palästinensergruppen im Gazastreifen mit neuen Militärschlägen gedroht, falls sie ihre Raketenangriffe fortsetzen. Nach sechs Tagen heftigen Schlagabtauschs herrschte am Sonntag im Gazastreifen und im Süden Israels weitgehend Ruhe. Am Nachmittag schlug jedoch nach Armeeangaben eine Mörsergranate im israelischen Grenzgebiet ein. Die das Palästinensergebiet kontrollierende radikalislamische Hamas hatte von einer neuen Waffenruhe von Samstagnacht an gesprochen.

«Die israelische Armee ist hart gegen jene vorgegangen, die uns Schaden zufügen wollen, und wenn es sein muss, wird sie noch härter vorgehen», sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntag in Jerusalem. Israels Ziel sei es, «den Bewohnern des (israelischen) Südens Sicherheit und Ruhe zurückzugeben».

Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen starben am Samstag zwei Mitglieder militanter Organisationen. Einer von ihnen wurde auf seinem Motorrad in Gaza-Stadt von einer Rakete getroffen. Trümmerteile hätten auch ein Wohnhaus getroffen und mehrere Bewohner verletzt, teilte der Sprecher des örtlichen Gesundheitsministeriums, Ashraf al-Kedra, mit.

Ein Vierjähriger kam bei einer Explosion bei Chan Junis im Süden des Gazastreifens ums Leben. Dabei handelte es sich nach Angaben von Al-Kedra um eine israelische Rakete. Israel wies den Vorwurf zurück. Das Militär machte stattdessen die hohe Zahl von Blindgängern aus dem Gazastreifen für die zivilen Opfer verantwortlich.

Eine israelische Militärsprecherin in Tel Aviv sagte am frühen Sonntag, seit Mitternacht habe es keine neuen Raketenangriffe und keine israelischen Luftangriffe im Gazastreifen mehr gegeben. Am Samstagabend hatte die israelische Abwehr noch fünf Raketen des Typs Grad abgefangen. Militante Palästinenser im Gazastreifen hatten sie auf die israelische Küstenstadt Aschkelon abgefeuert.

Das führende Hamas-Mitglied Ayman Taha sagte am Samstag, Ägypten habe eine Waffenruhe zwischen beiden Seiten vermittelt. Seit Beginn eine neuen Runde von Gewalt und Gegengewalt am Montag starben 16 Palästinenser, etwa 70 weitere Menschen wurden verletzt. In Israel wurden fünf Menschen verletzt. Mehr als 150 Raketen und Granaten sind nach Armeeangaben seit Wochenbeginn in Israel eingeschlagen.

Konflikte / Palästinenser / Nahost / Israel
24.06.2012 · 15:00 Uhr
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