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Britische Konservative auf Siegeskurs

David Cameron während der dritten TV-Debatte.Großansicht
London (dpa) - Nach der letzten TV-Debatte eine Woche vor der britischen Wahl steuern die oppositionellen Konservativen auf Siegeskurs. Premierminister Gordon Brown schaffte es dagegen nicht, seinen Ausrutscher vom Vortag auszumerzen und landete in Umfragen erneut auf dem letzten Platz.

Der Abstand zu seinem Herausforderer von den Tories, David Cameron, betrug dabei mehr als zehn Prozentpunkte. Der neue Star im Wahlkampf, der Liberaldemokrat Nick Clegg, hielt sich bei dem Live-Schlagabtausch am Donnerstagabend etwa in der Mitte.

Brown zeigte sich am Freitag dennoch kämpferisch. Die Zeit der Debatten sei vorbei, nun gehe es um Entscheidungen. Er kämpfe «bis zur letzten Sekunde» - nicht für sich selbst, sondern «für die Zukunft des Landes». Hilfe bekam er von seinem Vorgänger Tony Blair. Der betonte bei einem Wahlkampf-Auftritt in London, seine Labour-Partei habe noch gute Chancen auf einen Sieg. Tory-Chef Cameron warnte seine Anhänger derweil vor Übermut, die Wahl sei noch lange nicht gewonnen. «Ich sehe das nicht als selbstverständlich an.»

Brown hatte am Mittwoch hinter verschlossenen Türen eine Wählerin als «verbohrt» bezeichnet, aber nicht bemerkt, dass ihm noch ein Mikrofon am Hemd steckte. Gleich zu Anfang der letzten von drei Debatten zeigte er sich reuig und räumte Fehler ein. «Wie Sie gestern gesehen haben, mache ich nicht alles richtig. Aber ich weiß, wie man eine Wirtschaft in guten und in schlechten Zeiten führt.» Die Debatte in Birmingham drehte sich vor allem um Wirtschaft und Immigration. 8,4 Millionen Zuschauer verfolgten den Schlagabtausch der drei Parteichefs, die der Sender BBC übertrug.

Die Zuschauer würdigten Browns Taktik anscheinend nicht: In einer Serie von Umfragen gewann Cameron mit 38 Prozent Zustimmung, gefolgt von Clegg mit 32 Prozent und Brown mit 26 Prozent.

Die Tories liegen generell in den Umfragen vorne. Eine absolute Mehrheit für sie ist - auch wegen des Mehrheitswahlrechts in Großbritannien - jedoch bisher eher fraglich. Deshalb könnten sie auf die Unterstützung der Liberaldemokraten angewiesen sein. Eine konkrete Koalitionsaussage der «Lib Dems» gibt es aber bisher nicht. Clegg sprach am Freitag von einem «Rennen mit zwei Pferden» zwischen ihm und Cameron.    

Brown attackierte bei der Debatte die Finanzpolitik der Tories, die nicht ausgereift sei und die Erholung der Wirtschaft aufs Spiel setzen würde. Cameron versprach dagegen einen «klaren Bruch» und einen «frischen Start» nach 13 Jahren Labour-Regierung.

Der Liberaldemokrat Clegg geriet derweil wegen seiner europafreundlichen Politik ins Kreuzfeuer der Kritik. Er sei für die Einführung des Euros, was aber nur dazu führe, dass britisches Geld «nach Griechenland» fließe, sagte Cameron. Auch attackierten ihn Cameron und Brown in Immigrationsfragen, da die Liberaldemokraten eine Amnestie für illegale Einwanderer unterstützen.

Wahlen / Fernsehen / Großbritannien
30.04.2010 · 18:01 Uhr
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