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Breivik schrieb beim «Unabomber» Kaczynski ab

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Berlin (dpa) - Der Attentäter von Oslo hat sich beim Verfassen seines mehr als 1500 Seiten langen Manifests unter anderem vom «Unabomber» Ted Kaczynski aus den USA inspirieren lassen.

Der ehemalige Mathematikprofessor hatte in den 1990er Jahren mit einer Serie von Briefbombenanschlägen in seiner Heimat gegen den technologischen Fortschritt protestieren wollen. Die Ausführungen Kaczynskis kommen in leicht abgewandelter Form bei Breivik vor. Einige Textpassagen wurden sogar fast wortwörtlich übernommen.

Während sich der Technikfeind Kaczynski in seinem «Unabomber Manifesto» über Linke (wörtlich: «lefties») ereiferte, wetterte Breivik in seinem im Internet veröffentlichten Mammut-Schriftstück gegen «kulturelle Marxisten». Diese seien «eines der meisten verbreiteten Erscheinungsbilder der Verrücktheit unserer Welt». Das hatte Kaczynski in seiner Version über Linke behauptet.

Anhand einer «Psychologie der Linken» wollte Kaczynski die Probleme der modernen Gesellschaft erörtern. Breivik spricht hingegen von einer «Psychologie des Multikulturalismus», anhand derer er die Probleme Westeuropas aufrollen wolle. Kaczynski spricht in seinem Manifest von den «masochistischen Tendenzen» der Linken, Breivik sieht die gleichen Tendenzen bei Multi-Kulti-Befürwortern. Und in den Texten beider Autoren wird behauptet, Linke beziehungsweise «Multikulturalisten» würden Probleme erfinden, auch wenn es gar keine gäbe, um ihnen einen Bühne zu geben.

Terrorismus / Kriminalität / Norwegen
25.07.2011 · 22:29 Uhr
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