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BP sucht Plan B gegen die Ölpest

Immer mehr Öl fließt ins Meer, das Bohrloch im Golf von Mexiko ist weiterhin offen.Großansicht
Washington (dpa) - Die Hoffnung, den Ölfluss im Golf von Mexiko mit einer großen Kuppel zu stoppen, war vergebens - jetzt sucht BP einen Plan B gegen die Ölpest.

Der britische Mineralölkonzern teilte am Montag mit, vor allem zwei weitere Möglichkeiten zu prüfen, um den Ölaustritt nach dem Untergang der Plattform «Deepwater Horizon» einzudämmen. Weiterhin strömen täglich mindestens 700 000 Liter Rohöl aus. Nach US-Medienberichten sind seit dem Unfall vor mehr als zwei Wochen bereits mehr als 13 Millionen Liter ins Meer gelangt. Eine private Organisation will die Ölpest mit Haaren bekämpfen.

Eine der geplanten BP-Maßnahmen ist, eine kleinere Kuppel aus Stahl und Beton über das Haupt-Leck zu stülpen, aus dem ein Großteil des Öls sprudelt. Der Versuch mit einem größeren Exemplar war am Wochenende gescheitert. Wegen der großen Kälte in 1500 Metern Tiefe hatten sich Kristalle aus Öl und Wasser in der Kuppel gebildet, die die Öffnung an der Spitze verstopften und deshalb ein Absaugen des Öls verhinderten. Der Konzern äußerte die Hoffnung, dass die kleinere Kuppel weniger Angriffsfläche für die Hydrate bietet.

Parallel dazu wolle BP versuchen, die Öl-Quelle zu verstopfen. In einer als «Top Kill» bezeichneten Methode würden Gummiteile wie zum Beispiel Teile alter Autoreifen oder Golfbälle unter Hochdruck in das tonnenschwere Sicherheitsventil auf der Quelle geschossen, sagte der Einsatzchef, Admiral Thad Allen, am Sonntag im Fernsehsender CBS. All diese Techniken seien allerdings in einer solchen Meerestiefe mit großen Unsicherheiten behaftet, erklärte BP.

Der Untergang der Bohrinsel «Deepwater Horizon» kostete BP bereits jetzt sehr viel Geld. Das Unternehmen gab nach eigenen Angaben bisher 350 Millionen Dollar (etwa 270 Millionen Euro) aus, um die Schäden zu bewältigen. Darin enthalten seien unter anderem Kosten für die Eindämmung des Öls, für Entlastungsbohrungen und die Hilfe für die US-Küstenstaaten. Experten rechnen am Ende mit einem Milliardenbetrag.

Gleichzeitig zu den Versuchen, die Lecks zu stopfen, wurde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Ölpest im Meer zu beseitigen. Nach Angaben von BP sind mehr als 275 Schiffe dabei, Öl abzuschöpfen. Insgesamt seien so bereits mehr als 10 Millionen Liter Ölflüssigkeit entfernt worden. Zudem seien bislang insgesamt mehr als 1,1 Millionen Liter Chemikalien eingesetzt worden, die das schwere Öl in harmlosere Brühe umwandeln sollen.

Daneben lief für die möglicherweise bald betroffenen Küstenorte eine ganz andere Hilfswelle an. Eine gemeinnützige Organisation namens «Matter of Trust» (Vertrauenssache) sammelt mit großem Erfolg Menschen- und Tier-Haare, die - in Nylonstrumpfhosen gestopft - helfen sollen, das Öl im Meer aufzusagen, noch bevor es die Küsten erreicht. Haare könnten das Fett aus der Haut saugen und somit auch das Öl bei einer Ölpest herausziehen, sagte die Initiatorin Lisa Craig Gautier. Täglich träfen mehr als 200 Tonnen Haare aus aller Welt in den Küstenorten ein. Etwa 370 000 Friseursalons und sehr viele Privatleute beteiligten sich an der ungewöhnlichen Aktion.

www.deepwaterhorizonresponse.com

Umwelt / USA
10.05.2010 · 19:07 Uhr
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