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Boschafter: Mehrere Minister unter den Toten

Rettungskräfte bergen einen Toten aus den Trümmern eines Hauses.Großansicht
Berlin (dpa) - Das verheerende Erdbeben in Haiti hat nach Aussage des haitianischen Botschafters in Deutschland, Jean Robert Saget, auch mehreren Ministern der Karibik-Republik das Leben gekostet. Unter ihnen sei Justizminister Paul Denis, sagte Saget am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa.

«Ich weiß, dass mehrere Minister den Tod gefunden haben, Justizminister Paul Denis ganz bestimmt.» Auch der Oppositionspolitiker Michel Gaillard sei ums Leben gekommen.

«Ich bin jetzt ziemlich sicher, dass mindestens 50 000 Menschen den Tod gefunden haben», sagte Saget. Mehrere Ministerien seien zusammengebrochen, darunter das Außenministerium. «Auch dort gibt es Tote», berichtete der Diplomat. Womöglich sei das Parlament ebenfalls zerstört. Viele Mitarbeiter der Regierung hätten den Tod gefunden, es gebe jetzt ein «Personalproblem».

Der Botschafter betonte, die Haiti-Hilfe dürfe «kein Tropfen auf den heißen Stein» werden. Die Unterstützung müsse in den nächsten Monaten zunächst intensiviert und dann auch länger fortgesetzt werden. «Man muss die Hilfe mittelfristig planen, denn es sieht aus wie nach einem Krieg in Haiti», sagte Saget. Er wiederholte seine Forderung nach einer Art «Marshallplan» für sein Land. Kurzfristig seien Medikamente, anderes medizinisches Material, Nahrungsmittel, Zelte und Decken sowie Wasser am wichtigsten.

Nach der Hilfszusage der deutschen Bundesregierung über 1,5 Millionen Euro zeigte sich Saget auch erfreut über die Hilfsbereitschaft der deutschen Bevölkerung. «Es wurde schon viel gespendet, und die Leute rufen ständig an», sagte er.

Erdbeben / Haiti
15.01.2010 · 10:16 Uhr
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