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Bombenleger war einschlägig vorbestraft

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Viernheim (dpa) - Der Bombenleger von Viernheim war einschlägig vorbestraft. 1987 sei er wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz zu einer Geld- und einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

1991 habe er wegen des verbotenen Umgangs mit Sprengstoff eine Geldbuße auferlegt bekommen und zusätzlich eine Bewährungsstrafe, teilte die Polizei am Donnerstag in Viernheim mit. Gegen den 44 Jahre alten Mann liefen noch zwei Vollstreckungsverfahren, bei denen es um 250 Euro gehe. Als mögliches Motiv für die Taten nannte die Polizei Schulden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den geschiedenen Gas- und Wasserinstallateur wegen des Verdachts auf zweifachen Mordversuch und wegen Herbeiführens von zwei Sprengestoffexplosionen. Der Täter wird derzeit vernommen und soll spätestens am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden. Er hatte heute nach mehr als 24 Stunden Belagerung durch die Polizei aufgegeben. Am Donnerstagvormittag kam er mit erhobenen Händen aus dem viergeschossigen Haus, in dem er sich seit Mittwochfrüh verschanzt hatte.

Der Mann soll am Mittwochmorgen mehrere Sprengsätze an einem benachbarten Einfamilienhaus im südhessischen Viernheim und dem benachbarten Weinheim in Baden-Württemberg gezündet haben. Ein 32 Jahre alter Familienvater in Viernheim erlitt leichte Verletzungen, als er eine Scheibe einschlug, um sich mit seiner 31 Jahre alten Frau und seinen beiden Kindern ins Freie zu retten. In Weinheim entstand nur Sachschaden, weil die Bewohner im Urlaub sind. Als Motiv haben möglicherweise Geldsorgen und unbezahlte Rechnungen eine Rolle gespielt.

In Viernheim war der als Militär-Fan bekannte Mann am Mittwochmorgen nach seinen Anschlägen mit Gasmaske und Tarnanzug bekleidet in seine Wohnung in dem mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshaus geflüchtet. Als er sich ergab, trug er ein olivfarbenes T-Shirt und Bermuda-Shorts. In seiner rechten Hand hielt er einen Zettel. Bei der Untersuchung der Wohnung des Mannes fanden die Beamten weiteren Sprengstoff, über dessen Menge sie zunächst keine Angaben machten.

Seit Mittwochmorgen hatte die Polizei ständig im Kontakt mit dem 44-Jährigen gestanden und auf eine Zermürbungstaktik gesetzt. Der Mann hatte keine Forderungen gestellt. «Wir hoffen immer noch, dass der Mann rauskommt», hatte Polizeisprecher Ferdinand Derings noch rund eine Stunde vor der Aufgabe des mutmaßlichen Täters gesagt.

Nachdem sich der 44-Jährige am Mittwochmorgen verschanzt hatte, vermutete die Polizei, dass er noch weitere Sprengsätze bei sich hatte. Das Haus wurde daher weiträumig umstellt und die Gasversorgung im Umfeld vorsorglich abgestellt. 19 Gebäude in der Nachbarschaft wurden evakuiert. Die rund 100 Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, kamen in der Nacht zum Donnerstag bei Freunden oder Bekannten unter. Auch die Stadt sorgte für Unterkünfte.  

Kriminalität
20.08.2009 · 16:17 Uhr
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