News
 

Börsenaufseher: Neuer Krieg gegen die Märkte

Paris (dpa) - Der oberste französische Börsenaufseher Jean-Pierre Jouyet hat die Politiker dringend aufgerufen, «einen Gendarmen des europäischen Finanzmarktes» zu schaffen.

«Wir stehen in einer bisher unbekannten neuen Art des Krieges gegen die Märkte», sagte der frühere Europa-Staatssekretär der Zeitung «Le Parisien» (Samstag). «Die griechische Krise zeigt, dass es nicht nur um die Rettung der europäischen Währung und die Interessen Europas geht, sondern um den Schutz der europäischen Bevölkerung.»

Das Kapital könne in Europa frei zirkulieren, doch es gebe keine entsprechende Kontrolle. «Die Hälfte der Transaktionen erfolgt auf undurchsichtigen Märkten ohne jede Aufsicht», sagte Jouyet. «Wir brauchen auf nationaler und europäischer Ebene Not- und Polizeimittel der Aufsichtsbehörden. Dazu brauchen wir richtigen Druck der Politik, die uns erlaubt, bei Verdacht der Manipulation schnell zu reagieren.»

Kein Problem sieht Jouyet in der Spekulation an sich. Sie gehöre zum Markt. «Es ist aber unannehmbar und illegal, falsche Gerüchte zu verbreiten, um zu versuchen, die Märkte zu orientieren und daraus Profit zu schlagen», sagte Jouyet. «Das hat man die vergangenen Tage und Wochen gegen Spanien und Portugal festgestellt.» Die Pariser Börsenaufsicht AMF ermittele in konkreten Fällen. Polizei und Geheimdienst seien gebeten worden, dafür E-Mails und Telefonate auszuwerten. «Man muss im Bewusstsein behalten, dass diese Gerüchte beigetragen haben, ganze Bevölkerungen verarmen zu lassen» und in Griechenland habe es Tote gegeben, sagte Jouyet. «Sie bedrohen die Sicherheit der europäischen Staaten.»

Finanzen / Griechenland / Frankreich
08.05.2010 · 10:55 Uhr
[1 Kommentar]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
30.03.2017(Heute)
29.03.2017(Gestern)
28.03.2017(Di)
27.03.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen