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Börsen-Chef kritisiert deutschen Alleingang

Reto FrancioniGroßansicht
Brüssel/Frankfurt (dpa) - Nach dem Verbot von sogenannten ungedeckten Leerverkäufen in Deutschland pocht EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso auf rasche Beschlüsse zur neuen europäischen Börsenaufsicht. Die Pläne werden bereits seit einiger Zeit in den EU-Institutionen verhandelt.

Der EU-Ministerrat sollte bei dem Vorhaben ehrgeiziger sein als das Europaparlament, sagte Barrosos Sprecherin am Donnerstag in Brüssel. Kritik am deutschen Alleingang beim Verbot der riskanten Börsenwetten kam vom Chef der Deutschen Börse. Ein Verbot bestimmter Produkte in einem Land setze den Markt nicht außer Kraft, sondern verlagere ihn nur. «Sie können einem Markt nichts befehlen», sagte Reto Francioni dem «Handelsblatt» (Donnerstag). «Finanzmärkte sind global, also muss auch die Regulierung in diese Umgebung passen.»

Die Finanzaufsicht BaFin hatte ab Mittwoch «ungedeckte Leerverkäufe» von Staatsanleihen aus Euro-Ländern bis zum 31. März 2011 verboten. Auch Leerverkäufe bestimmter Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps/CDS) auf Anleihen aus dem Euro-Raum wurden untersagt. Spekulanten war vorgeworfen worden, mit solchen Geschäften die Euro-Krise verschärft zu haben.

Der Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse mahnte: «Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, damit jene Produkte, die tendenziell eine große Auswirkung auf Märkte und Volkswirtschaften haben können, transparent und an regulierten und überwachten Märkten gehandelt werden.»

Finanzen / Börsen / Bundesregierung
20.05.2010 · 15:04 Uhr
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