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BND-Chef Schindler verzichtet auf Decknamen

Pullach (dts) - Der neue Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, verzichtet im Gegensatz zu vielen Amtsvorgängern auf einen Decknamen. "Es passt nicht mehr in die Zeit. Für meine Kolleginnen und Kollegen hingegen kann es äußerst wichtig sein, dass sie nicht unter ihrer wirklichen Identität agieren. Schließlich geht es bei manchen Einsätzen um Leib und Leben", sagte Schindler der Tageszeitung "Die Welt".

Nicht bestätigen wollte der BND-Präsident, dass ihm für die Erfüllung seiner dienstlichen Aufgaben ein Jet vom Typ Dassault Falcon 900 EX zur Verfügung steht. "Transportmittel des BND sind kein Selbstzweck, sondern immer auch nachrichtendienstlich relevant, egal ob Fahrrad oder Auto. Daher kann ich öffentlich dazu keine Auskunft geben." Neuen Schwung für seinen Dienst erhofft sich Schindler durch den geplanten Umzug von Pullach bei München nach Berlin. "Es wird dem BND gut tun, näher an die Politik zu rücken", sagte er der "Welt" Das werde seine Behörde ein Stück weit mental verändern. "Auch der einzelne Mitarbeiter wird sehen: Was er tut, landet nicht in verstaubten Archiven, sondern wird aktuell gebracht." Zum Umzugsdatum sagte Schindler: "Der Hauptumzug wird sich voraussichtlich um 14 Monate auf das Jahr 2016 verschieben, vor allem weil die Lüftungsanlage nicht den Vorschriften entsprach." Kritik daran, dass die neue BND-Zentrale auf dem Gelände des ehemaligen Stadions der Weltjugend zu protzig geraten sei, weist Schindler zurück: "Der Neubau des bekannten Architekten Jan Kleinhues strahlt gleichermaßen Stärke und Ästhetik aus. Deshalb passt er zu einem Nachrichtendienst." In Berlin werden künftig rund 4.000 Mitarbeiter tätig sein, auf einer Bürofläche, so groß wie 35 Fußballfelder. Die Unterbringung eines Mitarbeiters kostet mit gut 450.000 Euro so viel wie ein Einfamilienhaus. Auf die Frage der "Welt", ob es deshalb abwegig sei von Luxus zu sprechen, antwortete Schindler: "Der BND ist nicht Bauherr, ich kann deshalb zu den Kosten nicht abschließend Auskunft geben. Im Übrigen halten sich Ausstattung und Größe der Büros aber sklavisch an die Vorgaben der Bundesbauvorschriften - und die sind eher auf Kante genäht. Von Luxus kann da wirklich keine Rede sein." Der BND will seine neue Zentrale in der Hauptstadt erstmals in seiner Geschichte teilweise für die Bürger zugänglich machen. "Wir wollen in dem Neubau ein öffentlich zugängliches Museum einrichten und dort eine Ausstellung zur Geschichte der Geheimdienste zeigen", sagte Schindler. Nach Informationen der "Welt" hat der Dienst bereits begonnen, Exponate für die geplante Exposition zu sichten. Zusammen mit einem Besucherzentrum sowie Foyer und Vortragssaal wird das Museum mehrere hundert Quadratmeter umfassen.
Politik / DEU / Justiz
11.08.2012 · 08:05 Uhr
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