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BND-Chef Schindler stellt Auslandsgeheimdienst weltweit neu auf

Pullach (dts) - Der neue BND-Präsident Gerhard Schindler will den Bundesnachrichtendienst "generell operativ schlagkräftiger machen" und entbürokratisieren: Statt des weltweiten Einsatzes von Agenten ist nun die Konzentration der Kräfte auf wichtige Länder geplant, was einen Paradigmenwechsel bedeutet. "Unsere Ressourcen sind begrenzt. Deshalb frage ich mich in der Tat, ob der BND überall auf der Welt vertreten sein muss. Ich bin der Auffassung, dass es Regionen geben darf, die wir künftig nur mit geringerer Intensität beobachten", sagte Schindler in einen Interview der Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe).

Der BND sollte seine "Kräfte konzentrieren und klare Schwerpunkte bilden". "Das sind zum Beispiel Syrien oder Afghanistan. Für mich gilt das Prinzip: Lieber etwas richtig machen und dafür einiges vernachlässigen, als alles machen zu wollen und das dann nur halb", sagte Schindler. Schindler versteht den BND als "Dienstleister für die Politik". Er spricht sich deshalb auch für eine stärkere Kontrolle durch den Bundestag aus. "Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn uns die Politik gründlich auf die Finger schaut. Und ich finde es auch völlig in Ordnung, wenn die Kontrolle des BND durch das zuständige Gremium im Bundestag ausgeweitet wird", sagte Schindler. Es gebe ein Recht der Abgeordneten auf Kontrolle. "Wird dieses effektiv ausgeübt, kann uns das bei unserer Arbeit nur helfen", sagte Schindler. Zudem startet Schindler ein Programm zur Entbürokratisierung des BND (6.000 Mitarbeiter). "Über die Jahrzehnte hat sich eher unbewusst eine Vielzahl bürokratischer Hemmnisse angesammelt. So mussten unsere Residenten im Ausland bis vor kurzem vor jeder Dienstreise einen schriftlichen Antrag stellen. Das ist völlig unpraktikabel, wenn man schnell eine Kontaktperson treffen will", sagte Schindler. Er habe nun eine neue Regel eingeführt: "Reisen bis zu fünf Tage müssen jetzt nur angemeldet werden, Anruf genügt. Von solchen überflüssigen Vorschriften gibt es leider etliche." Deshalb habe er eine Arbeitsgruppe zum Abbau von Bürokratie eingerichtet. "Gut 200 Anregungen aus unseren Abteilungen sind zusammengekommen. Wenn wir nur die Hälfte davon umsetzen können, wären wir schon deutlich besser aufgestellt", sagte Schindler der Zeitung.
Politik / DEU / Justiz
10.08.2012 · 11:43 Uhr
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