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Blutvergießen in Syrien hält an

Nach Schätzungen sind seit Beginn der Proteste gegen die Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad  insgesamt 2700 Menschen ums Leben gekommen.

Damaskus/Beirut (dpa) - Die Gewalt in Syrien nimmt kein Ende. Mindestens 18 Menschen wurden nach Angaben der Opposition am Wochenende bei Demonstrationen gegen des Regime von Präsident Baschar al-Assad getötet.

Unterdessen traten weitere Sanktionen der EU gegen Syrien in Kraft, mit denen die Europäer gegen die blutige Unterdrückung der Regimegegner protestieren wollen. Angesichts der anhaltenden Unruhen forderte Russland von Damaskus eine rasche Umsetzung der angekündigten politischen Reformen.

Allein in der Provinz Homs hätten Sicherheitskräfte am Samstag zwölf Menschen erschossen, berichteten Oppositionsvertreter. Wegen der Medienblockade des Regimes ließen sich die Informationen von unabhängiger Seite nicht überprüfen. Die arabische Tageszeitung «Al-Sharq Al-Awsat» schrieb dazu am Sonntag, in einem Dorf, das zwischen der Stadt Homs und der libanesischen Grenze liegt, sei es zu einem Gefecht zwischen Truppen des Regimes und einer Gruppe desertierter Soldaten gekommen. Dieser Gruppe hätten sich auch «Sympathisanten aus der lokalen Bevölkerung» angeschlossen.

Die Sprecher der Protestbewegung halten offiziell bislang daran fest, dass ihre Demonstrationen gegen Assad friedlich bleiben sollen. In den vergangenen Wochen hatten sich jedoch mehrfach desertierte Offiziere in Internet-Videos zu Wort gemeldet, die sich als Vertreter einer wachsenden Zahl von «bewaffneten Widerstandskämpfern» ausgaben.

Im Amtsblatt der EU wurden Einzelheiten zu einem Verbot von Öl-Investitionen und der Lieferung von Geldscheinen und Münzen an die syrische Zentralbank veröffentlicht. Weitere Einreiseverbote wurden gegen den syrischen Justizminister Tajsir Awwad und Informationsminister Adnan Hassan Mahmud verhängt. Zugleich wurden Vermögenswerte dieser beiden Vertrauten Assads in der EU eingefroren. Die Liste gebannter Personen umfasst jetzt 65 Namen, darunter auch Präsident Assad selbst.

Die Türkei kündigte an, das Assad-Regime von internationalen Waffenlieferungen abzuschneiden. Ein syrisches Schiff mit Kriegsgerät an Bord sei bereits gestoppt worden, zitierten türkische Medien am Samstag den türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan.

Moskau mahnte in Damaskus die rasche Umsetzung politischer Reformen an. Damit könne Assad das aufgebrachte Volk beruhigen, hieß es in einer Stellungnahme des russischen Außenministeriums. Zugleich lehnte die UN-Vetomacht erneut Sanktionen des Weltsicherheitsrates gegen Syrien ab. «Das würde die Situation in dem Land noch weiter erschweren und den Frieden und die Sicherheit in der Region aufs Spiel setzen», hieß es.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind seit Beginn der Proteste gegen die Assad-Regierung insgesamt 2700 Menschen ums Leben gekommen - die meisten von ihnen gewaltlose Demonstranten, die bei Kundgebungen von Sicherheitskräften erschossen wurden.

Konflikte / Syrien
25.09.2011 · 15:25 Uhr
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