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Blutiger Anschlag auf Geheimdienst in Pakistan

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Islamabad (dpa) - Bei Selbstmordanschlägen auf Büros des Geheimdienstes und der Polizei im Nordwesten Pakistans sind am Freitag mindestens 19 Menschen getötet, darunter die beiden Attentäter.

Mehr als 80 Menschen wurden verletzt. Die Armee teilte mit, in der Provinzhauptstadt Peshawar habe sich ein Attentäter in der Nähe des regionalen Hauptquartiers des Militär-Geheimdienstes ISI in einem Auto in die Luft gesprengt. Er habe sieben Angehörige der Sicherheitskräfte und drei Zivilisten mit in den Tod gerissen. Mehr als 60 Menschen seien verletzt worden.

Eine Stunde später zündete ein weiterer Selbstmordattentäter in einem Auto seinen Sprengsatz in der Nähe einer Polizeistation in Bannu, rund 130 Kilometer südlich von Peshawar. «Fünf Polizisten und zwei Zivilisten starben», sagte Distrikt-Polizeichef Iqbal Marwat. 25 Menschen seien verletzt worden, darunter zwei Verdächtige im Polizeigewahrsam. Die Polizeistation sei schwer beschädigt worden. Der Attentäter habe den Sprengstoff gezündet, als Polizisten ihn rund 40 Meter von der Polizeistation aufhalten wollten.

Auch bei dem Anschlag in Peshawar versuchten Sicherheitskräfte noch, den Attentäter zu stoppen. «Wachsoldaten hatten an einem Kontrollpunkt noch das Feuer auf den Wagen eröffnet, aber der Selbstmordattentäter fuhr weiter und zündete seinen Sprengsatz dicht am Gebäude», sagte ein Polizist. Durch die Explosion sei das Haus des Geheimdienstes schwer beschädigt worden. In Berichten pakistanischer TV-Sender gingen Bombenexperten von rund 200 Kilogramm Sprengstoff aus, die bei dem Anschlag verwendet wurden.

Die Anschläge sind die jüngsten in einer ganzen Serie, von der Pakistan seit Wochen erschüttert wird. Erst am vergangenen Dienstag waren bei einem Selbstmordanschlag auf einem Markt rund 30 Kilometer von Peshawar entfernt 32 Menschen getötet worden. Seit Beginn einer Armeeoffensive gegen die Taliban im Grenzgebiet zu Afghanistan vor knapp einem Monat kamen mehr als 300 Menschen bei Anschlägen in Pakistan ums Leben.

Das Militär teilte am Freitag mit, bei den jüngsten Gefechten während der Offensive seien zwölf Soldaten und sechs Aufständische getötet worden. Damit starben nach Angaben der Armee seit Beginn der Operation mindestens 528 Extremisten und 63 Soldaten.

Konflikte / Pakistan
13.11.2009 · 14:26 Uhr
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