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Blutbad im UN-Büro: Fünf Tote in Islamabad

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Islamabad (dpa) - Ein Selbstmordattentäter hat in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad mindestens vier UN-Angestellte getötet. Mehrere Menschen wurden bei dem Anschlag auf das örtliche Hauptquartier des UN-Welternährungsprogramms WFP am Montag verletzt, laut WFP mehrere davon lebensgefährlich.

Nach der Bluttat stellten die Vereinten Nationen ihre Aktivitäten in Pakistan vorübergehend ein. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Die Polizei vermutet, dass radikale Islamisten hinter der Bluttat stecken.

Der Attentäter war nach ersten Ermittlungen trotz starker Sicherheitsvorkehrungen auf das von einer Mauer umgebene WFP-Gelände gelangt und hatte im Eingangsbereich des Bürogebäudes sieben bis acht Kilogramm Sprengstoff gezündet. Bei den toten UN-Mitarbeitern handelt es sich laut WFP um einen Iraker und drei Pakistaner, darunter zwei Frauen.

Ein UN-Sprecher erklärte nach der Tat, wegen des Sicherheitsrisikos für die Beschäftigten seien alle Büros der Weltorganisation bis auf weiteres geschlossen worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kündigte allerdings in Genf an, die UN würden ihre Arbeit in Pakistan bald wieder aufnehmen. Mehr als zwei Millionen Menschen seien dort dringend auf Hilfe angewiesen. Er verurteilte die Tat scharf. WFP-Direktorin Josette Sheeran erklärte am WFP-Hauptsitz in Rom, jedes der Opfer sei «ein humanitärer Held im Kampf gegen den Hunger». Der Anschlag war der erste seit langem, der sich gezielt gegen eine UN-Organisation in Pakistan richtete.

Das pakistanische Militär bereitet derzeit eine neue Offensive gegen die Taliban in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan vor. Die radikal-islamischen Taliban haben deswegen ihre Terroranschläge vor allem in den Stammesgebieten verstärkt.

Im Zuge der Auseinandersetzung zwischen Regierung und Islamisten wurde auch Islambad selbst immer wieder durch Sprengstoffanschläge erschüttert. Im September vergangenen Jahres starben bei einem Autobombenanschlag auf das dortige Marriott-Hotel nach offiziellen Angaben 53 Menschen. Zum Jahrestag der Erstürmung der «Roten Moschee» hatte am 6. Juni 2008 ein Selbstmordattentäter 19 Polizisten mit in den Tod gerissen. Bei zwei Selbstmordanschlägen im März und April dieses Jahres starben ein Polizist und ein Grenzschützer.

Konflikte / UN / Pakistan
05.10.2009 · 16:29 Uhr
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