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«Bitter» und «blöd»: Die Leiden des Bastian S.

Bastian SchweinsteigerGroßansicht
Durban (dpa) - Der «emotionale Leader» litt am meisten. Nach dem Abpfiff sank Bastian Schweinsteiger wie ein Boxer nach dem K.o.-Hieb zu Boden, vergrub das Gesicht in den Händen, kauerte minutenlang auf dem Rasen.

Wieder nichts - wie 2006, wie 2008 und wie nur 46 Tage zuvor im verlorenen Champions-League-Finale mit dem FC Bayern!

«Natürlich ist es immer blöd, wenn man kurz davor steht und man dann verliert», stöhnte der Münchner. Aus Südafrika wollte er unbedingt «mit etwas in der Hand», und zwar dem Weltpokal, nach Deutschland heimkehren und sich mit seinen Kollegen am Brandenburger Tor von Millionen schwarz-rot-goldener Fans feiern lassen. Doch erneut zerschellte die Hoffnung an den Spaniern. «Gegen die beste Mannschaft der Welt kann man natürlich verlieren, aber es ist natürlich bitter, wenn man so verliert», kommentierte Schweinsteiger tief enttäuscht im Moses Mabhida Stadion von Durban.

Auch er konnte in seinem 80. Länderspiel nicht mehr als der Dominator in Erscheinung treten, wie er es bei den famosen Siegen gegen England und Argentinien getan hatte. «Auch wenn alle sagen, dass wir ein tolles Turnier gespielt haben, sind wir doch sehr geknickt.» Und er war «verärgert», weil man «kurz vor dem Finale» «nicht so gespielt hatte, wie man es eigentlich vorhatte».

Ob beim Sommermärchen 2006 gegen die abgezockten Italiener, ob 2008 im EM-Finale gegen Spanien und auch vor wenigen Wochen mit dem Verein im Champions-League-Finale gegen Inter Mailand - der letzte Schritt zum internationalen Titel blieb Schweinsteiger bislang stets verwährt. Bei der EM 2012 und der WM 2014 kann der fast 26-Jährige weitere Anläufe starten: «Natürlich hat unsere Mannschaft eine große Zukunft. Aber wir haben gegen Spanien gesehen, was eine Top- Mannschaft ist. Da müssen wir noch ganz schön arbeiten.»

Auf dem absoluten Weltniveau entscheide «halt doch auch die Erfahrung», sagte Schweinsteiger. Und darum schreibt er den in Südafrika fehlenden Leitwolf Michael Ballack (33) auch im Gegensatz zu anderen nicht ab. «Er wird auf jeden Fall zurückkommen. Er ist ein Spieler, der natürlich sehr wichtig ist für uns. Ich bin der Meinung, dass er uns schon weiterhelfen kann», lautete Schweinsteigers klares Votum für eine DFB-Zukunft des 98-maligen Nationalspielers.

Erst einmal aber muss er nach dem Spiel um Platz drei gegen Uruguay im Urlaub mit Freundin Sarah den Frust abbauen. Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger ist er geworden, eine starke WM hat er gespielt - aber Champions League und WM endeten ohne Krönung. «Natürlich sitzt die Enttäuschung tief. Wahrscheinlich kommt das noch mehr in den nächsten Tagen, wenn man weiß, was man für eine Möglichkeit ausgelassen hat», sinnierte er.

Fußball / WM / Schweinsteiger / Deutschland / Spanien
08.07.2010 · 23:06 Uhr
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