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Bissiger Streit - War Dracula gar kein Rumäne?

Über mehrere Kilometer soll man die Schreie der Opfer gehört haben. Ihre Wehklänge hallten durch die Wälder Rumäniens, der Geruch von Blut soll schwer und süß in der Luft gelegen haben. Diese Beschreibungen gehören beinahe zu allem, was man über Vlad III. lesen und erfahren kann. Vlad III. Drăculea genauer, der Mann, der später durch die Feder von Bram Stoker zu Dracula wurde und zu Lebzeiten, im 15. Jahrhundert, seine Feinde auf Pfählen aufspießte.

Dracula ist Rumäne, ein Kind Transsilvaniens und der Karpaten. Daran zweifelt keiner, eigentlich. Nur ein vorlauter Hobby-Historiker namens Jovan Deretic behauptet nun: Vlad, der Ur-Dracula, der Vorgänger des zwielichtigen Edwards und seiner unemanzpierten Bella, dieser Vlad, er sei Serbe gewesen. Wen wundert es da, dass der Hobby-Historiker mit dieser gewagten These ein Serbe ist?

Man kann sich die Aufregung vorstellen! In Rumänien zumindest ist man empört, und wer die Geschichten um Dracula kennt, der sollte doch ahnen: Einen Rumänen, den macht man nicht wütend. Wissenschaftler wurden befragt und die geben - zum Glück! - Entwarnung: «Vlad Tepes und sein Vater, Vlad II. Drăculea, sind direkte Nachfahren des Herrscherhauses Basarab, und die ersten Basarab waren unwiderleglich Rumänen», sagte Dinu C. Giurescu, ein Mitglied der Akademie der Wissenschaften, der Zeitung Adevarul.

Die rumänische Seele kocht - und das gewaltig

Der serbische Historiker, eigentlich ein Ingenieuer, behauptet aber, die serbische Grabinschrift auf dem Grab der rumänischen Gallionsfigur sage doch alles. Und sowieso: Habe Dracula nicht behauptet, sein Volk sei auf dem Kosovo gefallen? Wer könnte mehr als die Serben gemeint sein? Irgendwie seien, holt Jovan Deretic zum finalen Schlag aus, ohnehin alle Rumänen eigentlich Serben. Die rumänische Seele kocht - und das ordentlich. Man wittert eine Verschwörung, sieht sich als Land und Kultur bedroht.

Klar ist: Gesagt ist hier noch nicht alles. Denn auch wenn in der Wahrnehmung Dracula ein schlechter Mensch war, so sehen die Rumänen das gar nicht so. Vielmehr ist er eine Art Robin Hood, der den Reichen nahm und es den Armen gab, und der Mann, der den Balkan vor der osmanischen Herrschaft schützte. Dracula ist ein Held - so einfach werden die Rumänen ihren Vampir also nicht hergeben.

[news.de] · 06.12.2011 · 16:09 Uhr
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