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Bischof will schärfere Leitlinien gegen Missbrauch

Bischof AckermannGroßansicht
Berlin (dpa) - Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, hat eine Verschärfung der kirchlichen Leitlinien gefordert.

«Wenn es einen Missbrauchsfall gibt, muss ein forensisches Gutachten über den Täter erstellt werden, egal, ob der Fall verjährt ist oder nicht. Das müssen wir unbedingt in die Leitlinien der Bischofskonferenz aufnehmen», sagte Ackermann dem Berliner «Tagesspiegel» (Samstag).

Ob in jedem Fall eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft folgen solle, «das werden wir diskutieren müssen», sagte der Bischof. Er selbst rate zur Vorsicht. Ein Prozess könne zu belastend für die Opfer werden. Um deren Interessen aber müsse es jetzt vor allem gehen. Gleichzeitig betonte der Trier Bischof, die Kirche beanspruche keinen Rechtsraum für sich, «der mit der staatlichen Rechtsprechung konkurrieren würde.»

Der Geistliche widersprach der Auffassung, der freiere Umgang mit der Sexualität nach 1968 sei für den Missbrauch verantwortlich. Die ans Licht gekommenen Taten reichten bis in die 50er Jahre zurück: «Für den Missbrauch an Kindern und Jugendlichen können wir die sexuelle Revolution nicht verantwortlich machen. Verantwortlich sind die Täter. Vielleicht kann man es so sagen: Päderasten finden in jeder Moral ihre Wege, um zum Ziel zu kommen», sagte der Bischof dem «Tagesspiegel» weiter.

Kirchen / Kriminalität
02.04.2010 · 14:25 Uhr
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