News
 

Bischöfin Käßmann soll EKD-Vorsitz übernehmen

Margot KäßmannGroßansicht
Ulm (dpa) - An der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit ihren knapp 25 Millionen Gläubigen wird künftig wahrscheinlich erstmals eine Frau stehen. Das höchste Amt in der Kirche wird heute in Ulm neu besetzt.

Erwartet wird, dass das Kirchenparlament die beliebte hannoversche Bischöfin Margot Käßmann zur EKD-Ratsvorsitzenden wählt. Die 51-Jährige wurde am Dienstag bereits mit großer Mehrheit in den Rat, die Regierung der Kirche, gewählt. Käßmann ist seit mehr als zehn Jahren Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland.

Keiner der ebenfalls als Kandidat gehandelten Bischöfe erhielt am Dienstag auf Anhieb eine ausreichende Unterstützung des Kirchenparlaments. Der bisherige EKD-Chef, Berlins Bischof Wolfgang Huber (67) scheidet mit Erreichen des Pensionsalters aus. Zusammen mit Käßmann war er seit langem das Aushängeschild der evangelischen Kirche in Gesellschaft und Medien.

Auf Käßmann kämen im Falle der Wahl zur EKD-Ratsvorsitzenden große Aufgaben zu. Weil die Mitgliederzahlen und Finanzen schrumpfen, hatte Huber der Kirche bereits einen radikalen Reformkurs verordnet. Neben einer Straffung der Strukturen arbeitet die Kirche an einer Schärfung ihres protestantischen Profils. Die künftige Leitung der EKD wird diesen an der Basis und bei den Pastoren teils umstrittenen Kurs weiter gestalten müssen. Und das zuletzt belastete Verhältnis zu den Katholiken gilt es weiter zu verbessern. Gegenüber der neuen Bundesregierung wird sich die evangelische Kirche neu positionieren müssen. In der Vergangenheit hat die EKD immer wieder soziale Gerechtigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft angemahnt.

Kirchen
28.10.2009 · 08:20 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen