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Bischöfe: Weihnachten macht Mut und Hoffnung

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Hamburg (dpa) - Die Bischöfe der evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland haben an Heiligabend in ihren Predigten die Frohe Botschaft des Weihnachtsfestes hervorgehoben und zu Solidarität und Zuversicht aufgerufen.

Zugleich forderten sie die Christen auf, mehr Zeichen gegen Gewalt und für Frieden zu setzen.

«Mut zum Frieden» - das sei für sie die weihnachtliche Botschaft, sagte die Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, in ihrer vorab verbreiteten Weihnachtspredigt in Hannover. «Wir brauchen Menschen, die ein mutiges Friedenszeugnis in der Welt abgeben, gegen Gewalt und Krieg aufbegehren.» Käßmann setzte sich für mehr soziale Gerechtigkeit, weniger Egoismus, entschlossenes Handeln für den Klimaschutz und in Zeitungsinterviews auch für einen Rückzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan ein. Die Entwicklung dort habe gezeigt, dass Waffen offensichtlich keinen Frieden schaffen. Die oberste Repräsentantin der Evangelischen Kirche forderte «mehr Fantasie für den Frieden, für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen.»

Käßmann erinnerte auch an den Selbstmord von Nationaltorwart Robert Enke. Sein Zögern, seine schweren Depressionen öffentlich zu machen, stehe stellvertretend für die Ängste vieler. «Die Angst nämlich, nicht mehr mitzuhalten und nicht mehr eine Fassade von Größe, Schönheit und Stärke aufrecht zu erhalten.» Diese Atmosphäre der Gnadenlosigkeit sei unmenschlich, sagte Hannovers Landesbischöfin Trotz aller Sorgen und Nöte sollten sich die Menschen auf Weihnachten freuen, denn es bestehe dennoch Grund zur Hoffnung: «Gegen alle Widrigkeiten und allen Pragmatismus können wir uns unerschrocken und unverzagt dafür einsetzen, dass unsere Welt sich verändert zu mehr Gerechtigkeit und Frieden.»

Auch der katholische Hamburger Erzbischof Werner Thissen forderte dazu auf, das Licht des Weihnachtsfestes anzunehmen. «Gegen die Dunkelheiten unserer Zeit helfe das Licht», sagte Thissen in der Christmette (23.00 Uhr) im Hamburger Mariendom laut einer vorab verbreiteten Mitteilung. Zu den «Dunkelheiten» zählte Thissen die gescheiterte Klimakonferenz in Kopenhagen, den Krieg in Afghanistan und die Wirtschaftskrise. Die Botschaft des Weihnachtsfestes sei: «Das Licht ist stärker als alle Dunkelheiten.»

«Die Welt unserer Tage erscheint mir bisweilen wie ein gigantisches Unternehmen, von Gott abzulenken: Kaufrausch, Sinnesrausch, Leistungsrausch», beklagte der katholische Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, laut Vorab-Manuskript in der Kathedrale Dresden. Für den evangelischen Landesbischof Sachsens, Jochen Bohl, hat nach dem Mauerfall 1989 keine andere Entwicklung das Leben so sehr verändert wie die «Entgrenzung des Wirtschaftens».

In Mecklenburg-Vorpommern hob Weihbischof Norbert Werbs hervor, dass sich durch Weihnachten Unmenschlichkeiten überwinden ließen. «Setzt Hoffnungszeichen gegen Gewalt und Unmenschlichkeit», forderte auch der stellvertretende EKD-Vorsitzende und Präses der Evangelischen Kirche in Rheinland, Nikolaus Schneider, in Düsseldorf. Resignation und Zynismus seien fehl am Platze: «Sucht Wege des Friedens».

Kirchen / Brauchtum / Weihnachten
24.12.2009 · 18:57 Uhr
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