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«Bin Laden Russlands» bekennt sich zu Moskau-Terror

Der Terrorist Doku Umarow auf einem Screenshot aus einer Video-Botschaft. Foto: INTELCENTERGroßansicht

Moskau (dpa) - Der tschetschenische Top-Terrorist Doku Umarow hat die Verantwortung für den Selbstmordanschlag auf dem internationalen Flughafen Moskau-Domodedowo mit 37 Toten vor zwei Wochen übernommen.

Er habe die Tat angeordnet, sagte der oft als «Bin Laden Russlands» bezeichnete Umarow in einem Drohvideo, das die Internetseite kavkazcenter.com am späten Montagabend veröffentlichte.

Zugleich drohte Umarow mit weiteren Anschlägen. Russlands Staatsfeind Nummer Eins hatte bereits das Blutbad mit 40 Toten in der Moskauer Metro 2010 angeordnet. Russland fürchtet Attentate während der Präsidentenwahl 2012 oder der Olympischen Winterspiele 2014 im Schwarzmeerort Sotschi nahe der Konfliktregion Nordkaukasus.

«Stellungnahmen von Banditen und Terroristen kommentieren wir nicht», sagte unterdessen ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter der Sicherheitsbehörden. Die «Banditen», wie die Untergrundkämpfer offiziell genannt werden, würden «neutralisiert», kündigte er an. Regierungschef Wladimir Putin hatte gefordert, Umarow zu töten.

Die Bluttat von Moskau bezeichnete der 46-jährige Umarow als Vergeltung für die «russischen Verbrechen im Kaukasus». Die Untergrundkämpfer würden der «chauvinistischen» Putin-Regierung beweisen, dass sie jederzeit und überall Anschläge verüben könnten, sagte der Terroristenchef in dem mehr als 16 Minuten langen Video. Der Clip datiert angeblich vom 24. Januar, dem Tag des Anschlags.

Im Ankunftsbereich des größten Moskauer Flughafens Domodedowo hatte sich vor gut zwei Wochen ein 20-Jähriger aus der Teilrepublik Inguschetien im Nordkaukasus in die Luft gesprengt. Unter den Toten war auch ein 34-Jähriger Deutscher. Mehr als 150 Menschen wurden verletzt, darunter eine 36-jährige Deutsche aus Koblenz.

Kremlchef Dmitri Medwedew entließ nach Angaben seiner Sprecherin mehrere Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB wegen Versäumnissen beim Schutz des Flughafens. Wie die Regierungszeitung «Rossijskaja Gaseta» am Dienstag berichtete, muss sich künftig jeder am Eingang eines russischen Airports ausweisen.

Die Muslime im Kaukasus befänden sich «im Krieg gegen die russische Besatzungsarmee», sagte Umarow auf Russisch. «Ich möchte, dass Russland seine Meinung ändert und aus dem Kaukasus abzieht.» Umarow warf Russland, Israel, den USA «sowie zahlreichen anderen Staaten» eine Verschwörung gegen den Islam vor. In der Aufnahme ist der Top-Terrorist in Tarnjacke, mit dunkler Mütze und langem Bart zu sehen. Kavkazcenter.com erhielt das Video nach eigenen Angaben am Montagabend per E-Mail.

Schon in einer ersten Video-Botschaft, die am Sonntag auf derselben Internetseite veröffentlicht worden war, hatte Umarow gesagt, dass «ein Bruder» zu einer «speziellen Operation» nach Moskau geschickt worden sei. Dabei hatte der Terroristenchef den Flughafen Domodedowo aber nicht ausdrücklich erwähnt. Er kündigte «ein Jahr voller Blut und Tränen» an. Umarow war bereits direkt nach der Tat von den russischen Ermittlern als Verdächtiger genannt worden.

Der international zur Fahndung ausgeschriebene Umarow nennt sich auch «Emir vom Kaukasus» und kämpft nach eigenen Angaben für einen islamischen Gottesstaat im russischen Nordkaukasus. Fast täglich kommt es dort zu Anschlägen und Gefechten mit kremltreuen Einheiten. Unterdessen nahmen Sicherheitskräfte in der muslimisch geprägten Teilrepublik Baschkortostan in Zentralrussland vier Männer fest, die angeblich zu Umarows Terrorring gehören und Anschläge geplant haben.

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Video-Botschaft
Terrorismus / Luftverkehr / Russland
08.02.2011 · 11:55 Uhr
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