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Billigere Werkswagen nach Ende der Abwrackprämie

Audi-Jahreswagen auf einem Firmenparkplatz: Nun könnte der Kauf offenbar doch steuerlich begünstigt werden.Großansicht
Frankfurt (dpa) - Nach dem Erfolg der auslaufenden Abwrackprämie kann die Autoindustrie auf ein neues Instrument zur Absatzsteigerung hoffen. Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) dürfen die Beschäftigten der Autokonzerne mit besseren steuerliche Bedingungen beim Kauf eines Neuwagens rechnen.

Den Wagen dürfen sie nach zwölf Monaten als Jahreswagen abstoßen. Dieses Geschäft mit den eigenen Mitarbeitern war bei den Autobauern in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen.

Nach dem Urteil der obersten Finanzrichter in München darf der Fiskus nicht mehr die Differenz zwischen Listen- und Mitarbeiterpreis besteuern. Lediglich die Differenz zu dem im allgemeinen Geschäftsverkehr üblichen Preis sei ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil (Az.: VI R 18/07). Jahreswagen könnten mit dieser neuen Berechnung billiger werden, da die Beschäftigten ein geringeres ökonomisches Risiko zu tragen hätten. Hintergrund sind die kräftigen Rabatte im Kfz-Handel.

Das Bundesfinanzministerium kündigte eine genaue Prüfung des Urteils an. «Für eine endgültige Bewertung des Urteils wird zeitnah eine Erörterung mit den obersten Finanzbehörden der Länder stattfinden.» Zuletzt hatte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) einen entsprechenden Vorstoß der Union strikt abgelehnt. Baden- Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) forderte eine rasche Änderung der geltenden Regeln. Das Thema müsse Teil von Koalitionsverhandlungen der nächsten Bundesregierung sein, sagte Oettinger dem «Handelsblatt».

Der Automobilverband VDA sah sich durch das Münchner Urteil bestätigt. Der Richterspruch belege, dass es nicht um Steuervorteile oder Subventionen gehe. Der geldwerte Vorteil für Mitarbeiter gegenüber den marktüblichen Preisen liege im Einzelfall real bei null Euro, erklärte ein VDA-Sprecher. Der Bruttolistenpreis sei schlicht der falsche Vergleichswert zur Berechnung des geldwerten Vorteils. Der gegenüber Endkunden gewährte Händlerrabatt müsse bei der Ermittlung des geldwerten Vorteils vollständig berücksichtigt werden. und nicht wie bisher nur zur Hälfte.

Auto / Konjunktur / Steuern / Urteile
28.08.2009 · 09:03 Uhr
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