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Betroffenheit nach Rücktritt von Käßmann

Margot Käßmann hat Konsequenzen aus ihrer Trunkenheitsfahrt gezogen.Großansicht
Berlin (dpa) - Einen Tag nach dem Rücktritt der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann wegen einer Alkoholfahrt herrscht in Kirche und Politik weiter Betroffenheit. Käßmann hatte gestern ihren Rücktritt als Ratsvorsitzende und Bischöfin verkündet. Sie will als Pfarrerin tätig bleiben.

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Katrin Göring-Eckardt, sagte am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur, sie hätte sich eine weitere Zusammenarbeit mit Käßmann gewünscht. «Ich respektiere diese Entscheidung, auch wenn sie mich traurig macht», betonte Göring- Eckardt. Besonders viele Frauen bedauerten den Rücktritt. Dennoch könne sie den Schritt Käßmanns verstehen, sagte die Grünen-Politikerin.

Die Kirchenbeauftragte der Unions-Bundestagsfraktion, Maria Flachsbarth, sagte im Deutschlandfunk, eine weitere Amtsausübung Käßmanns wäre «sehr schwierig gewesen, denn sie wäre immer wieder mit ihrem Fehlverhalten konfrontiert worden». Der Kirchenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Siegmund Ehrmann, sagte im RBB-Inforadio, Käßmann habe eine konsequente Haltung gezeigt. Sie selbst habe einen großen Vertrauensverlust eingeräumt. Er selbst bedauere den Rücktritt allerdings sehr.

Käßmann war am Samstagabend am Steuer ihres Dienstwagens in Hannover von der Polizei gestoppt worden, nachdem sie über eine rote Ampel gefahren war. Wegen des hohen Wertes von 1,54 Promille Alkohol im Blut hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen sie eingeleitet.

Der kommissarische Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, will das politische Engagement von Margot Käßmann fortführen. Das kündigte er am Mittwochabend in der ARD an.

Kriminalität / Kirchen
25.02.2010 · 09:21 Uhr
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