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Berliner S-Bahn kehrt in die Innenstadt zurück

S-Bahn in BerlinGroßansicht
Berlin (dpa) - Nach zwei Wochen massiver Einschränkungen sind auf den wichtigsten Strecken in Berlin wieder S-Bahnen unterwegs.

Am Montag verkehrten auf der zentralen Ost-West-Trasse zwischen Ostbahnhof und Zoologischer Garten sowie von der Innenstadt zum Flughafen Schönefeld erstmals seit dem 19. Juli wieder S-Bahnen. «Der Betrieb ist sehr gut angelaufen», sagte S-Bahn-Geschäftsführer Peter Buchner am Montag am Bahnhof Hackescher Markt, der neben 14 weiteren Bahnhöfen für zwei Wochen still lag. Bis zum Normalbetrieb sei es allerdings noch ein «weiter Weg», räumte er ein.

Am Montag wurden 128 zusätzliche Wagen in Betrieb genommen - damit sind nun insgesamt 458 Wagen auf den Schienen. In Spitzenzeiten sind in Berlin und im nahen Umland normalerweise 1100 Wagen unterwegs. Auf der Ost-West-Trasse verkehrten pro Stunde in beide Richtungen neun S- Bahnen mit je sechs Wagen, teilte Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz mit, «also alle 20 Minuten drei Züge». In Anbetracht der besonderen Situation verlaufe «alles recht gut». Alle angekündigten Züge seien «zum großen Teil pünktlich» gefahren, die Auslastung «mittel bis stark». «Es geht langsam bergauf», resümierte der Sprecher.

Auch der Berliner Fahrgastverband IGEB zeigte sich mit dem ersten Tag nach Wiederaufnahme des S-Bahn-Verkehrs auf der Stadtbahn zufrieden. Dabei wirke sich positiv aus, dass in der Ferienzeit der Berufsverkehr schwächer sei, sagte der IGEB-Vorsitzende Christfried Tschepe. Allerdings merke man, dass viele Fahrgäste nach dem Chaos der letzten Wochen noch vorsichtig sind und weiterhin vermehrt mit der U-Bahn fahren.

Neben der Stadtbahn und der Bahn nach Schönefeld sind auch Spandau und Wartenberg wieder mit der S-Bahn zu erreichen. Die meisten Strecken werden bislang aber lediglich im 20-Minuten-Takt bedient, zudem fahren häufig nur Kurzzüge. S-Bahn-Sprecher Priegnitz sagte, in solch einer Situation müssten Kompromisse gemacht gemacht werden. Den Fahrgästen seien aber «zumutbare Alternativen» geboten. Unter anderem bleiben auf der Stadtbahn sieben zusätzliche Regionalzüge in Betrieb, vier davon fahren bis nach Potsdam.

Gerade die Anbindung Potsdams per Ersatzverkehr verläuft aber noch sehr holprig. Für großen Unmut bei den Fahrgästen sorgte am Montag, dass Ersatz- und Pendelverkehr offenbar nicht aufeinander abgestimmt wurden und es so an den Bahnsteigen teils zu Wartezeiten von bis zu 20 Minuten kam. Der IGEB-Vorsitzende Tschepe bemängelte zudem, dass zwei der vier Regionalzüge in zu dichter Folge hintereinander fahren.

Für die in knapp zwei Wochen beginnenden Leichtathletik- Weltmeisterschaften (15. bis 23 August) kündigte Buchner indes an, «ein weiteres Stück Normalbetrieb» wiederherzustellen. Rechtzeitig zum Beginn der Titelkämpfe wird die Bahn am 12. August den nächsten Fahrplanwechsel vornehmen, sagte S-Bahn-Sprecher Priegnitz. Dabei werde ein großes Augenmerk auf die WM gelegt. Priegnitz kündigte einen «adäquaten Fahrplan für die An- und Abreise der Fans» zum Berliner Olympiastadion an. Wie dieser konkret aussieht, wird an diesem Dienstag bekanntgegeben. Bei ausverkauftem Stadion müssten täglich mehr als 60 000 Besucher nach Charlottenburg befördert werden.

www.s-bahn-berlin.de

Verkehr / S-Bahn / Hauptstadt
03.08.2009 · 16:49 Uhr
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