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Berliner Charité will Überreste von Rosa Luxemburg herausgeben

Berlin (dts) - Der Leiter der Rechtsmedizin der Berliner Charité, Michael Tsokos, hat sich bereit erklärt, den mutmaßlichen Leichnam von Rosa Luxemburg herauszugeben, wenn sich bestätigen sollte, dass es sich um Überreste der getöteten Sozialistin handelt. "Mir gehört der Korpus nicht", sagte Tsokos dem Tagesspiegel (Sonntagsausgabe). "Ich bin sofort bereit, ihn herauszugeben, wenn rechtmäßige Ansprüche darauf bestehen." Tsokos räumte ein, dies sei auch für ihn bislang ein "einmaliger Fall". Die Situation der möglichen Luxemburg-Leiche nannte er "juristisch ungeklärt", gegenwärtig sei sie Objekt wissenschaftlicher Forschung. "Als Vergleich fällt mir da höchstens noch Ötzi ein", sagte Tsokos in Anspielung auf die Gletschermumie aus der Jungsteinzeit. Die ältesten Funde von Leichenüberresten, mit denen er im Institut sonst zu tun hätte, stammten aus dem Zweiten Weltkrieg. "Darum kümmert sich die Kriegsgräberfürsorge". Er rechne nicht mit behördlichen Anfragen, ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren zu dem Fall gebe es nicht. Sollten die Behörden aber weitere Nachforschungen unterstützen, sei dies willkommen. Er selbst sei mit seinen Untersuchungen nicht mehr weitergekommen, weil DNA-Vergleichsmaterial fehle. "Offenbar hat Rosa Luxemburg so viele Briefe geschrieben, dass sie ihre Briefmarken immer nur mit Wasser befeuchtet und nie angeleckt hat."
DEU / BER / Kurioses / Sozialismus
30.05.2009 · 18:36 Uhr
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