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Berline Grüne feuern ihren Wahlkampfmanager

Künast und StephanGroßansicht

Berlin (dpa) - Der Landesgeschäftsführer der Berliner Grünen, André Stephan, ist am Mittwoch überraschend von seinen Aufgaben entbunden worden.

Das teilten die Grünen-Landesvorsitzenden Bettina Jarasch und Daniel Wesener mit. Gründe wurden nicht genannt. Die Mitteilung bestand nur aus einem Satz. Landesspitze, Fraktion, Sprecher und Stephan selbst waren für Nachfragen nicht zu erreichen oder gaben keine weitere Auskunft.

Laut «Bild»-Zeitung war der Wahlkampfmanager der Grünen nach einer Trunkenheitsfahrt in der Nacht zum Mittwoch in Berlin-Mitte festgenommen worden. Die Polizei bestätigte die Festnahme eines stark alkoholisierten 31-Jährigen, ohne den Namen zu nennen. Der Mann habe angegeben, er komme von einer Feierlichkeit.

«Tagesspiegel-Online» zitierte eine Grünen-Politikerin ohne Namen mit den Worten: «Das ist wirklich tragisch, was da mit André Stephan passiert ist. Wir als Partei haben da sicherlich eine Mitschuld, denn der Mann hat 23 Stunden am Tag für uns gearbeitet, ohne Pausen, total engagiert.»

Laut Polizei wollte der 31-Jährige zunächst flüchten, als ihn Beamte ansprachen. Bei seiner Festnahme habe er um sich getreten, Beamte beleidigt und erheblichen Widerstand geleistet. Ein Polizist wurde leicht verletzt.

Zu dem Vorfall kam es gegen 04.00 Uhr laut Polizei «in räumlicher Nähe» zum traditionellen Hoffest. Rund um das Rote Rathaus hatten seit Dienstagabend mehr als zweitausend Gäste auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) gefeiert. Unter den Gästen war auch Renate Künast. Die Spitzenkandidatin der Grünen für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus will im September Wowereit ablösen.

Vier Beamte überwältigten den «erheblich alkoholisierten» Mann und legten ihm eine Handfessel an, wie ein Polizeisprecher sagte. Er sei zur Blutentnahme in die Gefangenensammelstelle gebracht worden. Ein Testergebnis wurde nicht genannt. Der 31-Jährige wurde nach Hause geschickt. Gegen ihn wird nun wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Trunkenheit am Steuer ermittelt. Sein Führerschein wurde beschlagnahmt.

Die Polizei wurde auf den betrunkenen Fahrer aufmerksam, als sein Auto drei Meter an der Kreuzung Holzmarktstraße/Ecke Lichtenberger Straße mit laufendem Motor und eingeschaltetem Blinker stand. Der Mann hinter dem Steuer habe geschlafen, sagte ein Sprecher. Er sei kurz aufgewacht und einen Meter vorgefahren, bevor er wieder einschlief. Den Beamten sei es nur mit Mühe gelungen, den Autofahrer zu wecken. Dann sei er jedoch sehr aggressiv geworden und habe sich absetzen wollen.

Die FDP-Fraktion forderte die Grünen auf, nicht nur durch beredtes Schweigen an der Aufklärung dieser Angelegenheit mitzuwirken.

Parteien / Grüne / Berlin
29.06.2011 · 16:45 Uhr
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