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Berlin soll 20er-Jahre-Anleihen zurückzahlen

Reproduktion von zwei Anleihen aus dem Jahr 1924 (l) und 1930 (r): Diese wurden in den zwanziger Jahren zur Finanzierung der deutschen Reparationszahlungen aus dem Ersten Weltkrieg vor allem an US-Bürger verkauft.Großansicht

Atlanta (dpa) - Ein US-Unternehmen hat Deutschland wegen uralter, vermeintlich unbezahlter Schulden vor Gericht gebracht. Und es darf mit seiner Klage weitermachen: Ein Berufungsgericht in Atlanta entschied zu Wochenbeginn, dass sich Deutschland dem Verfahren in den Vereinigten Staaten stellen müsse.

Deutschland hatte in den 1920er und 1930er Jahren über Anleihen 208 Millionen Dollar bei US-Investoren eingesammelt, um mit dem Geld die Spätfolgen des Ersten Weltkriegs abzufedern. Als Adolf Hitler an die Macht kam, stellte er die Rückzahlung ein.

Ein Unternehmen aus Florida, die World Holdings LLC, behauptet, eine «signifikante Anzahl» der Anleihen zu besitzen, und fordert von der Bundesrepublik, für die Schulden der Vergangenheit einzustehen. Das Unternehmen reichte seine Klage Anfang 2008 ein.

Die Bundesregierung steht jedoch auf dem Standpunkt, dass die Anleihen hinfällig sind - alleine schon aus dem Grund, weil die Echtheit nicht bestätigt sei. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich Deutschland zudem in einem Abkommen von einem guten Teil seiner Schulden befreien können.

Das Berufungsgericht betonte in der am Mittwoch veröffentlichten schriftlichen Urteilsbegründung, dass die grundlegende Zulassung der Klage noch nicht bedeute, dass die Ansprüche der World Holdings LLC auch rechtens und durchsetzbar seien. Das Verfahren geht jetzt vor einem Bezirksgericht weiter.

Geschichte / Justiz / USA / Deutschland
12.08.2010 · 16:46 Uhr
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