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Berlin gedenkt des Mauerbaus und der Opfer

Grenzopfer Peter FechterGroßansicht

Berlin (dpa) - Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat dazu aufgerufen, die Erinnerung an den Bau der Mauer und die Teilung der Stadt wachzuhalten. Diese Erinnerung schärfe den Sinn für den Wert von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat.

Das sagte Wowereit am Freitag zum Jahrestag des Mauerbaus vor 49 Jahren. Am 13. August 1961 hatte die DDR-Führung begonnen, die Mauer hochzuziehen. Sie fiel erst am 9. November 1989.

Auch am größten ehemaligen innerdeutschen Grenzübergang Marienborn wurde an die jahrzehntelange Teilung Deutschlands erinnert. Daran nahmen 200 Schüler aus Ost und West teil. Sachsen-Anhalts Kultusministerin Birgitta Wolf (CDU) mahnte die Kinder und Jugendlichen zur Wachsamkeit. «Die Message (Botschaft) dieses Ortes ist: Wenn ein Staat glaubt, es nötig zu haben, seine Bürger einzusperren, dann ist etwas faul.»

Wowereit erklärte in Berlin: «Es ist immer wieder wichtig, gegen autoritäre Regime und Diktaturen eindeutig Partei zu ergreifen.» Das lehre die Geschichte. Der Regierungschef nahm in der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße an der alljährlichen Kranzniederlegung zum Gedenken an die Opfer des DDR-Grenzregimes teil.

Zuvor wurden bei einer Andacht in der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen Kerzen entzündet. Eingeladen waren auch junge Menschen, die die deutsche Teilung nicht mehr selbst erlebt haben. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz, rief dazu auf, allen Versuchen einer Verharmlosung des DDR-Unrechts entgegenzutreten.

Kränze wurden auch an der Gedenkstele für den DDR-Flüchtling Peter Fechter in Berlin-Mitte niedergelegt. Fechters Fluchtversuch scheiterte 1962 im Kugelhagel der DDR-Grenzer. Ihr Verhalten löste weltweit Entsetzen aus, weil sie den Angeschossenen im Grenzstreifen verbluten ließen. An der einstigen Sektorengrenze zwischen den Berliner Stadtteilen Treptow und Neukölln wurde die Britzer Allee nach dem Maueropfer Chris Gueffroy umbenannt. Der 20-Jährige war im Februar 1989 der letzte Flüchtling, der in Berlin von DDR-Soldaten erschossen wurde.

Nach Erkenntnissen der Mauergedenkstätte und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam starben an der Berliner Mauer zwischen 1961 und 1989 mindestens 136 Menschen. Gesicherte endgültige Zahlen gibt es nicht. Das private Berliner Mauermuseum listete am Freitag in einer doppelseitigen Zeitungsanzeige die Namen von 1393 Menschen auf, die in den Jahren 1945 bis 1989 durch das Grenzregime der sowjetischen Besatzungszone und der DDR umgekommen seien. Unter ihnen sind auch Flüchtlinge, die in DDR-Haft starben, sich das Leben nahmen oder etwa an der bulgarischen und ungarischen Grenze den Tod fanden.

Mauergedenkstätte

Chronik der Mauer

Geschichte / DDR / Mauer
13.08.2010 · 17:19 Uhr
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