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Berichte über weitere Massaker in Nigeria

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Nairobi/Abuja (dpa) - Eine Woche nach dem erneuten Ausbruch von Kämpfen zwischen muslimischen und christlichen Gruppen in Nigeria wird das Ausmaß der Gewalt immer deutlicher.

Nachdem das Militär in den vergangenen Tagen die Kontrolle in Jos, der Hauptstadt des zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau, übernommen hat, gab es am Wochenende Berichte über Massaker in umliegenden Dörfern. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wurden allein in dem 30 Kilometer von Jos entfernten Dorf Kuru Karama 150 Leichen gefunden. Sie seien zum Teil in Brunnen und Abwasserkanäle geworfen worden. Dutzende Menschen würden in dem Dorf mit überwiegend muslimischer Bevölkerung noch immer vermisst.

Weder die Regierung noch das nigerianische Rote Kreuz haben bisher zuverlässige Zahlen über die Opfer der jüngsten Unruhen, die am Sonntag vor einer Woche ausgebrochen waren. Menschenrechtler schätzen, dass fast 400 Menschen getötet wurden. Im vergangenen Jahrzehnt ist es in Nigeria wiederholt zu religiös-ethnischer Gewalt mit hunderten Toten gekommen. Von den mehr als 140 Millionen Einwohnern des bevölkerungsreichstes Landes Afrikas ist etwa je die Hälfte Christen und Muslime.

Human Rights Watch berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, bewaffnete Männer hätten am Dienstag das Dorf Kuru Karama umzingelt und angegriffen. Fast alle Häuser und die drei Moscheen des Ortes seien niedergebrannt und zerstört worden. Die nigerianische Zeitung «Daily Trust» berichtete am Samstag, auch in anderen Städten in dem Gebiet sei es zu Gewaltausbrüchen gekommen. Da es in den oft entlegenen Dörfern nicht die in Jos verhängte Ausgangssperre oder Militärpräsenz gegeben habe, sei die Gewalt dort ungehindert explodiert.

Konflikte / Nigeria
24.01.2010 · 13:18 Uhr
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