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Bericht: Piraten werden mit Lunchpaketen und Schlauchbooten versorgt

Berlin (dts) - Beim Anti-Piraten-Einsatz am Horn von Afrika hat die internationale Marine einen ungewöhnlichen Umgang mit festgesetzten Piraten entwickelt: Sie werden nach einem Bericht von "Bild" am SONNTAG medizinisch untersucht, bekommen ein Lunchpaket und ein Schlauchboot gestellt. So wurden auf der deutschen Fregatte "Köln" im Rahmen der Mission "Atalanta" mehrere Piraten festgesetzt. An Bord wurden die verdächtigen Piraten erkennungsdienstlich erfasst und von einem Marine-Stabsarzt untersucht.

Anschließend bekamen sie ein Lunchpaket: Weißbrot mit Käse und Wurst, aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch. Dazu Wasserflaschen. Ein Pirat ging nach dem Bericht in den letzten Wochen gleich zweimal der Fregatte "Köln" ins Netz. Dann nahm die Fregatte Kurs auf die somalische Küste. Wenige Kilometer vor dem Strand gingen die Piraten wieder von Bord, stiegen in ein altes Marine-Schlauchboot mit Außenbordmotor (Gesamtwert 2000 bis 3000 Euro) und wurden "entlassen". Überwacht wurde die Heimreise vom Bordhubschrauber der Fregatte. Bei der deutschen Marine ist man über den Vorfall nicht glücklich. Ein hoher Offizier sagte "Bild am Sonntag": "Die eingesetzten Marineeinheiten sind keine Strafverfolgungsbehörde und können die Piraten nur festsetzen, wenn wir sie bei einem Überfall erwischen. Eine gerichtliche Verfolgung ist auch schwierig, weil kaum eine Nation Piraten aufnimmt." Der Sprecher der Grünen im Verteidigungsausschuss des Bundestages, Omid Nouripour, fordert nun einen strengeren Umgang mit Piraten am Horn von Afrika. Nouripour sagte "Bild am Sonntag": "EU und Bundeswehr müssen eindeutig klären, wie man mit verdächtigen Piraten und Tätern umgeht. Denn sonst wird der Einsatz absurd. Das ist für die Soldaten frustrierend und für die Steuerzahler teuer."
INT
20.11.2011 · 02:00 Uhr
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