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Bericht: Internationales Hilfsprogramm für Griechenland muss womöglich verlängert werden

Berlin/Athen (dts) - Das internationale Hilfsprogramm für Griechenland muss nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (Mittwochausgabe) womöglich über das Jahr 2012 hinaus verlängert werden. Grund ist, dass die Regierung in Athen 2014 und 2015 ungewöhnlich hohe Milliardensummen benötigt, um auslaufende Staatsanleihen zurückzahlen zu können. Dazu muss sie neue Schuldverschreibungen auf den Kapitalmärkten verkaufen.

Hinzu kommt, dass die ersten Tilgungszahlungen an die EU-Partner und den Internationalen Währungsfonds (IWF) fällig werden, die das südosteuropäische Land derzeit mit Krediten versorgen. Beide Verpflichtungen zusammen genommen, so fürchten der IWF, die Europäische Kommission und auch die Griechen selbst, könnte das Land erneut in heftige Schwierigkeiten stürzen. IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hatte deshalb am Wochenende bereits seine Bereitschaft angedeutet, mit Athen über eine Streckung von Zahlungsfristen zu verhandeln. Auch die EU-Kommission ist grundsätzlich zu Gesprächen bereit. In Verhandlungskreisen war von einem "Finanzierungsbuckel" in den Jahren 2014 und 2015 die Rede, der das Potential habe, die erfolgreichen Sparbemühungen der Regierung in Athen wieder zunichte zu machen. Insgesamt stellen die EU und der IWF dem Partnerland für die Jahre 2010 bis 2012 maximal 110 Milliarden Euro an Krediten zur Verfügung. Das Problem des Finanzierungsbuckels wird auch innerhalb der Bundesregierung gesehen. Dennoch hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) offiziell die Parole ausgegeben, dass eine Verlängerung des griechischen Hilfsprogramms nicht in Frage komme. Ihr Ziel ist es, den Spardruck auf Athen aufrechtzuerhalten.
DEU / Griechenland / Wirtschaftskrise
13.10.2010 · 01:00 Uhr
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